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Ausgrabungen in der Grazer Burg. Ein Fundplatz zwischen Siedlungsperipherie und Machtzentrum

Gudrun Praher-Malderle, Levente Horváth

HLK-Blog 13/2026 (02. 10. 2026)

Überblick der bereits abgeschlossenen Grabungsflächen in der Grazer Burg
Abb. 1: Überblick der bereits abgeschlossenen Grabungsflächen in der Grazer Burg© Grafik: UMJ

Die Grazer Burg, ehemals landesfürstliche Residenz und seit 1922 Sitz der Steiermärkischen Landesregierung, liegt neben dem Grazer Dom und dem Burgtor am östlichen Rand der Grazer Altstadt und damit in der Nordostecke der mittelalterlichen Stadt innerhalb der Ummauerung.[1] Da einige Räume im historischen Baubestand der Stadtburg in den letzten Jahrzehnten kaum mehr genutzt wurden, beschloss die Steiermärkische Landesregierung im August 2021 ein Projekt zur Revitalisierung der Grazer Burg. Dabei sollen zuvor ungenutzte Räume als Besucherzentrum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und auch die drei Burghöfe neu gestaltet werden.[2]
Diese Bauarbeiten erfordern sowohl in den Innenräumen als auch in den Hofbereichen großflächige Bodeneingriffe. Da es sich um denkmalgeschütztes Areal handelt, sind bei sämtlichen Bodeneingriffen bis zur jeweils notwendigen Bautiefe archäologische Ausgrabungen durchzuführen. Im Zuge der Projektplanung erfolgten bereits Ende 2021 im gesamten Burgbereich mehrere archäologische Sondageuntersuchungen.[3] Seit Beginn des Revitalisierungsprojekts im Herbst 2024 werden durch das Universalmuseum Joanneum laufend Ausgrabungen durchgeführt.[4] Zunächst wurden die Räume im östlichen Gebäudetrakt untersucht (sogenannte Renaissancehalle, Burg-/Kammerkapelle, Drei- und Einstützenhalle, siehe Abb. 1), gefolgt von den westlichen Räumen des Registraturtrakts. Inzwischen sind auch die Ausgrabungen in großen Teilen des ersten und zweiten Burghofs abgeschlossen; die Arbeiten im dritten Hof stehen aktuell am Anfang. Der folgende Beitrag soll einen Einblick in die bisherigen (Zwischen-)Ergebnisse geben.[5]

Prähistorische Befunde

Rekonstruktionszeichnung der Urne
Abb. 2: Rekonstruktionszeichnung der Urne© Grafik: Johanna Kraschitzer, UMJ
Freilegung eines urnenfelderzeitlichen Gefäßes im ersten Burghof
Abb. 3: Freilegung eines urnenfelderzeitlichen Gefäßes im ersten Burghof © UMJ

Der Grazer Schloßberg und seine unmittelbare Umgebung sind seit dem späten Neolithikum bzw. der frühen Kupferzeit (Ende 5. Jahrtausends v. Chr.) besiedelt.[6] Aus der Zeit dieser frühesten Nutzungsphasen konnten auch auf dem Gelände der Grazer Burg einzelne Funde geborgen werden.[7] Befunde lassen sich ab der späten Bronzezeit fassen. In der Südostecke des ersten Burghofes (Abb. 5) konnte bereits bei den Grabungen im Jahr 2021 ein Brandgrab geborgen werden, das sich möglicherweise bereits in die frühe Urnenfelderzeit (Hallstatt A) stellen lässt.[8] Dabei war in eine ovalen Grube ein Keramikgefäß auf einer Steinlage aus Flussgeschiebe gebettet. Das als Urne verwendete, geringfügig bauchige Keramikgefäß mit leicht S-förmiger Profilierung (Abb. 2)[9] enthielt die verbrannten Überreste des oder der Verstorbenen: Aufgrund des schlechten Erhaltungszustands war eine anthropologische Geschlechtszuordnung nicht mehr möglich. 
Im Rahmen des aktuell laufenden Grabungsprojekts konnte unweit davon ein Keramikgefäß eines weiteren Grabes geborgen werden (Abb. 3). Das Kegelhalsgefäß weist diagonale Ritzlinienverzierung im leicht abgesetzten Schulterbereich auf, die ein dreieckiges Muster bilden, und ist in die jüngere Urnenfelderzeit (Hallstatt B) zu datieren.[10] Aufgrund der fehlenden kalzinierten Knochenreste ist das Gefäß nur als Teil eines Grabes anzusprechen, dessen Rest von einer rezenten Rohrleitung gestört war.
Wenige Meter westlich der beiden urnenfelderzeitlichen Grabbefunde lag ein drittes Grab. Dieses jüngere Grab lässt sich in die späte Hallstattzeit (Hallstatt D) datieren. Es war durch spätere Bodeneingriffe allerdings bereits stark gestört. Erhalten haben sich ein als Urne gedientes fragmentiertes Keramikgefäß, sowie eine ebenfalls nur in Teilen erhaltene Schale. Weitere Beigaben stellen Knochenschnitzereien[11] und Glasperlen mit Zickzack- bzw. Wellenbandverzierung[12] dar. Aus der Verfüllung einer modernen Wasserleitung, die das Grab störte, stammt zudem eine Schichtaugenperle aus gelbem, opakem Glas mit blau-weißen Schichtaugen, die eine Datierung an das Ende der Stufe Hallstatt D stützt. Die anthropologische Untersuchung des Leichenbrandes ergab eine teilweise unvollkommene Verbrennung des Individuums bei etwa 500 Grad Celcius.[13] Es handelte sich möglicherweise um einen zwischen dem 41. und 60. Lebensjahr verstorbenen mittelkräftigen Mann. Die Frage, ob das Grab Teil eines verschliffenen Grabhügels[14] oder eines Flachgrabes[15] war, muss angesichts der jüngeren Bodeneingriffe in diesem Bereich offenbleiben. 
Die prähistorischen Befunde in der Grazer Burg erweitern die bisherigen Kenntnisse zur frühen Besiedlung von Graz. Nördlich der Burg, am Karmeliterplatz, im Pfauengarten und im Bereich des Landesarchivs wurden bei früheren Ausgrabungen nicht nur Funde der Kupferzeit, sondern auch eine mehrphasige urnenfelderzeitliche Nutzung des Areals vom 12. bis zum 9. Jahrhundert v. Chr. nachgewiesen. Dieser Bereich blieb bis in die frühe Eisenzeit besiedelt; ein Ende wird für das 6. Jahrhundert v. Chr. angenommen.[16] Die urnenfelderzeitlichen Gräber in der Burg reihen sich in das Bild der rund um diese Siedlung gelegenen Brandgräberfelder. Durch das in die jüngste Stufe der Hallstattzeit datierende Grab ist nun auch die Nutzung des Areals bis zumindest ans Ende des 6. Jahrhundert v. Chr. belegt. Dieses Grab scheint auch jünger zu sein, als jene im Garten des Priesterseminars noch in Resten erhaltenen Gräber eines hallstattzeitlichen Gräberfeldes.[17]

Die mittelalterliche Nutzung des Areals vor dem Bau der landesfürstlichen Burg

Halbmondförmiger Kopfschmuckring aus dem zweiten Burghof
Abb. 4: Halbmondförmiger Kopfschmuckring aus dem zweiten Burghof© Foto und Grafik UMJ
Befunde in den Innenräumen mit Gräbern im ersten Burghof und Mauerbefunden im zweiten Burghof
Abb. 5: Befunde in den Innenräumen mit Gräbern im ersten Burghof und Mauerbefunden im zweiten Burghof© Plan UMJ
Erster Burghof mit ausgewählten mittelalterlichen Befunden vor der Errichtung der landesfürstlichen Burg
Abb. 6: Erster Burghof mit ausgewählten mittelalterlichen Befunden vor der Errichtung der landesfürstlichen Burg© Plan UMJ
Reste eines spätmittelalterlichen Ofens im Osten des ersten Burghofs
Abb. 7, Reste eines spätmittelalterlichen Ofens im Osten des ersten Burghofs© UMJ

Nach dem Ende der hallstattzeitlichen Nutzung dürfte das Areal der späteren Burg für längere Zeit weitgehend ungenutzt geblieben sein. Ab dem späten 8. und frühen 9. Jahrhundert wurde in unmittelbarer Nähe, bei der Alten Universität, ein Körpergräberfeld angelegt.[18] Auf dem eigentlichen Gelände der Burg konnten bislang jedoch keine Befunde einer frühmittelalterlichen Nutzung nachgewiesen werden. Bisher lassen sich lediglich zwei Fundstücke in das späte Frühmittelalter, also in das späte 9. oder 10. Jahrhundert, stellen; beide waren jedoch in jüngere Schichten verlagert. Es handelt sich um das Bodenfragment eines Keramikgefäßes und um das Fragment eines halbmondförmigen Kopfschmuckrings. Letzterer wurde bereits bei der Voruntersuchung 2021 im zweiten Burghof, angrenzend an das Schauspielhaus, gefunden.[19] Von dem aus Buntmetall gegossenen Stück ist ein großer Teil des halbmondförmigen Plättchens erhalten, während der Bügel abgebrochen ist (Abb. 4). Als Motiv ist ein Lebensbaum erkennbar; die Eintiefungen im Plättchen waren ursprünglich mit Emaileinlagen verziert.[20]
Erst ab dem 11. und 12. Jahrhundert nehmen die Funde allmählich wieder zu. Auch die hochmittelalterlichen Funde waren in den bisher abgeschlossenen Grabungsflächen jedoch meist in jüngere Schichten verlagert. Ab dem 13. und 14. Jahrhundert ist dann eine intensive Nutzung des Areals der späteren Burg fassbar. In dieser Zeit war Graz bereits eine voll entwickelte mittelalterliche Stadt.[21] Unmittelbar südlich der späteren Burg befand sich die seit dem 12. Jahrhundert fassbare Pfarrkirche St. Ägidius (der spätere Dom) mit ihrem Friedhof.[22] Eine viel diskutierte Frage der Stadtgeschichtsforschung ist, ob das Areal der späteren Burg bereits im 13. Jahrhundert in die Ummauerung der Stadt einbezogen war oder erst bei einer vermuteten Erweiterung im 14. Jahrhundert in diese einbezogen wurde. Im jüngsten Beitrag zu dieser Frage sprachen sich Erik Hilzensauer und Astrid Steinegger für die letztere Variante aus.[23] Damit liegt das Areal der Burg zwar am Rand der mittelalterlichen Stadt, doch aufgrund der Nähe zur Pfarrkirche und zu einem Stadttor handelt es sich dennoch um einen wesentlichen Bereich im Siedlungsgefüge (die schriftliche Erstnennung eines Stadttors in diesem Bereich datiert möglicherweise in das 14. Jahrhundert).[24]   
Da die landesfürstliche Burg entlang der nordöstlichen Ecke der Stadtmauer errichtet wurde, konnten bei den nun laufenden Ausgrabungen in mehreren Innenräumen des östlichen Gebäudetrakts und im Registraturtrakt wiederholt Mauerabschnitte einschließlich ihrer Fundamente untersucht werden, die im Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer liegen (Abb. 5). In den verschiedenen Abschnitten ist das Mauerwerk aber immer wieder unterschiedlich ausgeführt; auch bei der Tiefe der Fundamente gibt es deutliche Unterschiede. Die verschiedenen Bauphasen der landesfürstlichen Burg führten zudem zu zahlreichen Eingriffen und Umbauten im Bereich des Stadtmauerverlaufs. In einigen Bereichen konnte kein Mauerwerk mehr erfasst werden, das sich als mittelalterliche Stadtmauer ansprechen ließe. Bei den Mauerabschnitten, für die eine mittelalterliche Datierung weiterhin infrage kommt, ist eine genaue zeitliche Einordnung beim derzeitigen Arbeitsstand oft schwierig; der Datierungsrahmen liegt meist zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert. Die Frage, ob die nordöstliche Ecke der Stadt erst im Zuge einer Erweiterung des 14. Jahrhunderts einbezogen wurde, muss künftig somit noch ausführlicher erörtert werden. Angesichts der ebenso uneinheitlichen wie komplexen baulichen Befundlage erscheint es derzeit jedoch fraglich, ob die Errichtung der Stadtmauer in diesem Bereich während einer einzigen Bauphase innerhalb weniger Jahre erfolgte.
An der Innenseite des Stadtmauerverlaufs konnte in der Burg-/Kammerkapelle eine Ost-West verlaufende, gut 1 m breite Fundamentmauer erfasst werden (Abb. 5). Diese Mauer zeugt von einem größeren, derzeit nicht näher deutbaren Bauwerk an der Innenseite der Stadtmauer, das noch vor der Burg-/Kammerkapelle des 15. Jahrhunderts errichtet wurde. In der Nordostecke des Stadtmauerverlaufs, unmittelbar östlich der Einstützenhalle des 15. Jahrhunderts, konnten die Reste einer weiteren, kleineren Baustruktur erfasst werden, die beim Bau der Einstützenhalle zerstört wurde (Abb. 5). In den großen Flächen des ersten und zweiten Burghofs konnten keine älteren mittelalterlichen Gebäude mit Sicherheit nachgewiesen werden. Lediglich bei einigen wenigen Mauern im ersten Burghof ist noch nicht eindeutig geklärt, ob diese aus der ersten Bauphase der Burg im 15. Jahrhundert stammen oder möglicherweise zu Baustrukturen vor der Errichtung der Burg gehören. Insgesamt dürfte das gesamte Areal im 13. und 14. Jahrhundert noch spärlich bebaut gewesen sein.[25] Die wenigen Baustrukturen dürften an die Innenseite der Stadtmauer angesetzt worden sein.       
In beinahe allen Grabungsflächen konnten jedoch Grubenbefunde des 13. und 14. Jahrhunderts erfasst werden, die von einer recht dichten Nutzung des Areals zeugen (Abb. 6). Einige der Gruben dürften für Holzpfosten angelegt worden sein. Da bislang keine Grundrisse fassbar waren, dürften diese von einfachen hölzernen Gestellen, eventuell auch von kleineren Überdachungen zeugen. Größere Gruben könnten als Materialentnahmegruben angelegt und in weiterer Folge auch zur Entsorgung von Abfall genutzt worden sein. Hinzu kommen mehrere Feuerstellen und einfach konstruierte Öfen, die in den Randbereichen des ersten Burghofs sowie im zweiten Burghof nachgewiesen werden konnten (Abb. 7). Teilweise dürften diese Feuerstellen und Öfen für die Nahrungsmittelverarbeitung genutzt worden sein; zumindest einer der Öfen zeugt jedoch auch von metallurgischen Tätigkeiten, da aus seiner Verfüllung zahlreiche Reste von Metallschlacke geborgen wurden.
Neben einer komplexen Abfolge von Planierschichten und Nutzungsablagerungen waren im ersten Burghof und im südöstlich angrenzenden Raum (der sogenannten Renaissancehalle) auch mehrere, teils aufeinanderfolgende Pflasterungen des 13./14. und frühen 15. Jahrhunderts fassbar (Abb. 6). Unter Berücksichtigung der jüngeren Störungen durch Baustrukturen der landesfürstlichen Burg und durch Versorgungsleitungen zeichnet sich ab, dass ein großer Bereich des späteren ersten Burghofes sowie das Areal der südöstlich angrenzenden Räume im 13./14. und frühen 15. Jahrhundert Pflasterungen aufwies.
Eine Ausdehnung des Friedhofs der Pfarrkirche bis in die nun untersuchten Bereiche der Burg konnte nicht nachgewiesen werden. Somit gilt es auch zu diskutieren, ob die im Jahr 2010 nachgewiesenen und um 1300 datierten Bestattungen im Karlstrakt (Abb. 5)  überhaupt ein Teil des Kirchfriedhofs waren oder ob es sich um eine räumlich isolierte Sonderbestattungszone handelt;[26] sollte die Stadtmauer im Areal der Burg tatsächlich erst später im 14. Jahrhundert errichtet worden sein, dürfte bei der Anlage dieser Gräber entlang des Stadtmauerverlaufs trotzdem bereits eine Grenze bestanden haben, da in den westlich angrenzenden Bereichen Hinweise auf weitere Bestattungen fehlen. Im Bereich der später errichteten Burg-/Kammerkapelle, östlich außerhalb des Verlaufs der Stadtmauer, konnte noch eine einzelne Bestattung eines Neugeborenen erfasst werden (Abb. 5). Die Bestattung dürfte im 14. Jahrhundert erfolgt sein. Gemäß der anthropologischen Auswertung[27] verstarb das Kind aufgrund von Mangelernährung entweder noch im Mutterleib oder wenige Tage nach der Geburt. Die Bestattung von sehr früh, also vor der Taufe, verstorbener Kinder außerhalb von Friedhöfen ist im Mittelalter ein bekanntes Phänomen.[28]
Für die (spät-) mittelalterliche Nutzung des Areals nördlich der Pfarrkirche vor der Errichtung der landesfürstlichen Burg kommen derzeit zwei Deutungsmöglichkeiten infrage. Zum einen könnte es sich um ein locker bebautes, vorwiegend gewerblich genutztes Areal gehandelt haben. Zum anderen könnte sich hier auch ein bislang unbekannter Marktplatz befunden haben. Für diese Überlegung würde die Abfolge größerer gepflasterten Flächen sprechen. Die Pfostengruben könnten von Ständen und Gestellen für den Marktbetrieb zeugen. Auch Öfen und Feuerstellen, die vorwiegend im Randbereich außerhalb der gepflasterten Flächen lagen, gehören zu gängigen archäologischen Befunden auf Markplätzen.[29] Gerade im Spätmittelalter ist die Anlage von Spezial- und Sondermärkten neben dem Hauptmarkt ein gängiges Phänomen.[30] Denkbar wäre auch eine periodische Nutzung als Marktareal im Rahmen des Jahrmarktes.

Die landesfürstliche Stadtburg

Überblick mit den Fundamenten der landesfürstlichen Burg im ersten Burghof
Abb. 8: Überblick mit den Fundamenten der landesfürstlichen Burg im ersten Burghof© UMJ
Grabungsplan mit Bauphasen der landesfürstlichen Burg
Abb. 9: Grabungsplan mit Bauphasen der landesfürstlichen Burg© Plan: UMJ, Plangrundlage Josef Hillebrand aus dem Jahr 1780, Landesarchiv Steiermark
Backofen mit Backoberfläche im Norden der Dreistützenhalle
Abb. 10: Backofen mit Backoberfläche im Norden der Dreistützenhalle © UMJ

Unter Friedrich III. wurde mit dem Bau der landesfürstlichen Stadtburg in der Nordostecke der Stadt begonnen; der Baubeginn wird um das Jahr 1440 angesetzt.[31] Der Bauphase unter Friedrich III. werden das Hauptgebäude, das sich ehemals im Westen des ersten Burghofs befand, sowie wesentliche Teile des östlichen Gebäudetrakts mit der Burg-/Kammerkapelle entlang der Innenseite der Stadtmauer zugeordnet. Zudem wurde die Pfarrkirche, der heutige Dom, neu errichtet und durch einen Gang, der über die Hofgasse führte, mit dem Hauptgebäude der Burg verbunden. Unter Maximilian I. dürfte der Verbindungstrakt mit der Zwillingswendeltreppe zwischen dem Hauptgebäude und der Burg-/Kammerkapelle entstanden sein. Obwohl die bestehenden Bauteile seit ihrer Errichtung immer wieder umgebaut wurden, dürften die weiteren wesentlichen Elemente des historischen Bestands allesamt noch im 16. Jahrhundert errichtet worden sein: In die Regierungszeit Ferdinands I. fällt der Bau der nicht mehr erhaltenen Prunkstiege im Südwesten des ersten Burghofs. Wesentliche Ausbauten erfolgten im 16. Jahrhundert zudem unter Erzherzog Karl II., bei denen der Gebäudetrakt im Südosten um- und ausgebaut und im Norden der Registraturtrakt entlang der Stadtmauer errichtet wurde. Im Jahr 1853/54 folgte schließlich der Abbruch des Hauptgebäudes samt anschließender Bauteile. Erst in den 1950er Jahren wurde der Kanzleitrakt im Osten des ersten Burghofes errichtet, wobei auch möglicherweise die verbliebenen Fundamente des Hauptgebäudes in der westlichen Hälfte zerstört wurden.[32]
Bei den Ausgrabungen konnten im ersten Burghof dennoch große Teile der Fundamente des Hauptgebäudes sowie des Verbindungstrakts, der zum Turm mit der Zwillingswendeltreppe führte, erfasst werden (Abb. 8). Im Detail zeugen die Mauerfundamente von einem komplexen Bauprozess, wobei sich im Wesentlichen zwei Bauphasen abzeichnen: Zum Kernbereich, der unter Friedrich III. entstanden sein dürfte, gehören die Mauern im Südwesten des ersten Burghofes. Überblendet man diese mit einem Gebäudeplan der Burg von Joseph Hillebrand aus dem Jahr 1780, zeichnet sich ein leicht unregelmäßiger, annähernd quadratischer Kernbau ab (Abb. 9). In einer weiteren Bauphase wurde das Hauptgebäude im Norden durch einen unterkellerten, vorkragenden Bauteil erweitert. In dieselbe Phase gehört auch der Verbindungstrakt, der nach Norden zum Turm mit der spätgotischen Zwillingswendeltreppe führte und mit diesem im Verband stand. Insofern lässt sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nur der Verbindungstrakt, sondern auch die nördliche Erweiterung des Hauptgebäudes in die Zeit Maximilians datieren.[33]
Noch in die früheste Bauphase unter Friedrich III. dürfte der Kern der sogenannten Renaissancehalle gehören. Bei den Grabungen konnten hier spätmittelalterliche Bauhorizonte erfasst werden (Abb. 5), und auch die Ergebnisse der Bauforschung[34] zeigen, dass es sich ehemals um eine offene Arkadenhalle mit Spitzbögen handelte. Auch die Einstützenhalle im Nordosten – eine Repräsentationshalle mit Resten spätgotischer Fresken – wies auf der Westseite ursprünglich offene Spitzbögen auf. Wie die aktuellen Grabungen gezeigt haben, war das Außenniveau bei der Errichtung nur unwesentlich tiefer als heute. Demnach lag das Innenniveau der Einstützenhalle schon beim Bau tiefer; im Zuge der Grabungen konnten auch die Überreste der alten Treppe im Südwesten der Halle erfasst werden. Ebenfalls in die Bauphase unter Friedrich III. gehört die erste Phase der Burg-/Kammerkapelle, die im Osten mit einer rechteckigen Doppelchoranlage abschließt. Die Grabungen haben jedoch gezeigt, dass die Fundamente des Baus noch mehr Bauphasen aufweisen als bislang vermutet. Möglicherweise wurden bei der Errichtung der Kapelle auch ältere Bauteile integriert. Während der Grabungen konnten zudem Überreste der spätgotischen Bodenhorizonte und Teile des barocken Estrichbodens erfasst werden.
Im Bereich des zwischen 1581 und 1590 erbauten Registraturtrakts, der den zweiten Burghof im Norden abschließt, wurden Hinweise auf einen bislang unbekannten Vorgängerbau gefunden, der somit ebenfalls noch zu den früheren Bauphasen gehört: Fünf mächtige Pfeilerfundamente südlich der Mittelachse des Registraturtrakts zeugen wahrscheinlich von einer älteren Arkadenhalle, die an die Innenseite der Stadtmauer angesetzt worden war (Abb. 5). Ein Schacht mit Ziegelgewölbe (vermutbar ein Sickerschacht) an der nördlichen Raummauer ist ebenfalls älter als der Registraturtrakt. Darüber hinaus konnten in den westlichen Räumen jene Binnenmauern dokumentiert werden, die zur alten Raumaufteilung des Registraturtrakts zählten und im 19. Jahrhundert zugunsten einer größeren Halle (gemäß den historischen Planunterlagen als Stallung genutzt) abgebrochen wurden.
Die Dreistützenhalle im Osttrakt zwischen der Burg-/Kammerkapelle sowie die Einstützenhalle galten gemäß der bisherigen Bauforschung im Kern ebenfalls als spätgotische Bauten.[35] Bei den Ausgrabungen wurde jedoch ein mit Fundmaterial des 15. und 16. Jahrhunderts verfüllter Ziegelschacht (wiederum wahrscheinlich ein Sickerschacht, Abb. 5) dokumentiert, der älter als der bestehende Baubestand der Dreistützenhalle ist. Auch der älteste erhaltene Bodenhorizont der Halle lässt sich erst in das späte 16. oder 17. Jahrhundert datieren. Sofern es sich im Kern tatsächlich um einen spätgotischen Bau handelt, dürfte im 16. oder 17. Jahrhundert eine massive Umgestaltung inklusive der Errichtung eines neuen Gewölbes erfolgt sein. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Halle durch Zwischenwände[36] in mehrere Räume unterteilt. Der nördlichste Teil wurde noch im 17. Jahrhundert zu einer Backstube umgebaut, wobei in den historischen Plänen Joseph Hillebrands aus dem späten 18. Jahrhundert insgesamt drei Öfen verzeichnet sind. Der größte dieser drei Öfen wies bei Ausmaßen von etwa 3 x 3,50 m und einer Höhe von 1,50 m noch die originalen Backoberflächen auf; ebenso war der zugehörige Ziegelboden des Raumes erhalten (Abb. 5 und 10).   
Von der neuzeitlichen Infrastruktur zeugen weitere Bodenbefunde: Im Bereich des ersten Burghofes war ein Nord-Süd verlaufender Abwasserkanal mit mehreren Nebenleitungen angelegt worden (Abb. 9). Im Osten des Hofes konnte ein Brunnen dokumentiert werden, der auch auf dem Plan von Joseph Hillenbrand verzeichnet ist. Hervorzuheben ist zudem eine Holzrohrleitung für die Trinkwasserversorgung, deren Spuren in mehreren Bereichen der Burg fassbar waren.[37] Im zweiten Burghof konnten bereits mehrere Mauern dokumentiert werden, die mit der neuzeitlichen Nutzung des Areals als Garten in Zusammenhang stehen (Abb. 5).
Man könnte annehmen, dass mit dem Abriss des Hauptgebäudes und angrenzender Bauteile in den Jahren 1853/54 die Geschichte dieses Gebäudetrakts ein Ende fand. Völlig überraschend konnte nun jedoch eine Nachnutzung des großen Kellerraums der nördlichen Erweiterung nachgewiesen werden. Dabei war im rechten Winkel zur älteren Kellerstiege eine neue Treppe mit Betonstufen errichtet worden (Abb. 9, Phase 20. Jahrhundert). Dies sowie der Fund eines Keramikisolators unter der Treppe deutet auf eine Datierung in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hin (da der westliche Teil des Kellers beim Bau des Kanzleitrakts zerstört wurde, muss die Nachnutzung zuvor erfolgt sein). Bei der Errichtung dieser neuen Treppe wurde das ältere Kellergewölbe zudem zur Abdichtung mit einem schwarzen Material (wahrscheinlich Bitumen) ausgestrichen. Möglicherweise erfolgte diese Nachnutzung während des Zweiten Weltkriegs, als im Bereich des abgerissenen Hauptgebäudes hölzerne Baracken für die Ausgabe von Lebensmittel- und Bekleidungsmarken errichtet wurden. Ebenfalls in die Zeit des Zweiten Weltkriegs dürften zwei Luftschutzgänge gehören, die im dritten Burghof und im Burggarten östlich der Burg-/Kammerkapelle freigelegt werden konnten.
Während der Ausgrabungen konnten bereits erhebliche Mengen an Fundmaterial von der Prähistorie bis ins 20. Jahrhundert geborgen werden. Der Großteil davon datiert ins späte Mittelalter und in die frühe Neuzeit. Die laufende Auswertung[38] wird die bisherigen Erkenntnisse sicher noch weiter vertiefen. Alle geplanten Grabungen sollen wie vorgesehen 2027 abgeschlossen werden.

Anmerkungen

[1] Zusammenfassend zur Geschichte und zum historischen Baubestand der Grazer Burg siehe unter anderem Wolfgang Absenger/Manuela Legen, Die Grazer Burg und Residenz in der Zeit Friedrichs III. und Maximilians I. Erkenntnisse und Fragestellungen zur Baugenese des 15. und frühen 16. Jahrhunderts. In: Ulrich Becker/Barbara Kaiser u. a. (Hgg.), Ich hab das selbig paun lassen. Beiträge zur Kunst der Spätgotik in der Steiermark (= Joannea, N. F. 2, Graz 2011), 20–55.
[2] Mit der Planung wurde EXPEDIT Studio für Architektur ZT GmbH beauftragt.
[3] Marko Mele/Gudrun Praher-Malderle, Bericht B zur Grabung Grazer Burg 2021, Fundberichte aus Österreich [in Folge: FÖ] 60 (2024), D9543–9643 (digitaler Teil) [in Folge: Mele/Praher-Malderle, Bericht Grazer Burg].
[4] Projektleitung der Sondierung 2021 Dr. Marko Mele (Universalmuseum Joanneum), Projektleitung der seit 2024 laufenden Ausgrabung Dr.in Barbara Porod. Die beiden Verfasser·innen sind als Grabungsleiter·innen vor Ort tätig.
[5] Siehe hierzu auch Gudrun Praher-Malderle/Levente Horváth, Archäologie in der Grazer Burg: Zwischenstand und erste Ergebnisse. In: Historisches Jahrbuch der Stadt Graz [in Folge: HJbStG] 55 (2026), im Druck.[6]
[6] Georg Tiefengraber, Der Grazer Schloßberg in der Urgeschichte und Römerzeit. Eine Rekonstruktionsskizze. In: HJbStG 49/50 (2020), 21.
[7] Mele/Praher-Malderle, Bericht Grazer Burg, D9642.
[8] Mele/Praher-Malderle, Bericht Grazer Burg, D9589–9590.
[9] Für vergleichbare Gefäße siehe Michaela Lochner, Studien zur Urnenfelderkultur im Waldviertel (Niederösterreich) (= Mitteilungen der Prähistorischen Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Wien 25, Wien 1991), 292 (Bauchiges Gefäß Typ A, Nr. 5).
[10] Die Form weist Parallelen zu Keramik aus Grab 3 im Gräberfeld von Kainach bei Wildon auf (Christoph Gutjahr, Das Grab 3 aus dem spätbronze- und frühhallstattzeitlichen Gräberfeld von Kainach bei Wildon, Gem. Weitendorf, Steiermark. In: Christoph Gutjahr/Georg Tiefengraber (Hgg.), Beiträge zur Hallstattzeit am Rande der Südostalpen. Akten des 2. Internationalen Symposiums am 10. und 11. Juni 2010 in Wildon/Stmk. (= Internationale Archäologie – Arbeitsgemeinschaft, Symposium, Tagung, Kongress 19, = Hengist-Studien 3, Rahden 2015), 189, Taf. 1./1.) sowie zu einigen Gefäßen aus dem Gräberfeld von Kalsdorf, die über ähnliche Ritzlinienverzierung verfügen (Georg Tiefengraber, Bronzezeit. In: Bernhard Hebert (Hg.), Geschichte der Steiermark, Band 1. Urgeschichte und Römerzeit in der Steiermark (Wien 2018), 417).
[11] Die sich wahrscheinlich als Griff- oder Dekorplatte eines Gegenstandes interpretieren lassen und zu denen sich aus dem Kröllkogel in Kleinklein stammende Vergleiche finden (Markus Egg: Geweih- und Knochenschnitzereien. In: Markus Egg/Diether Kramer (Hgg.), Die hallstattzeitlichen Fürstengräber von Kleinklein in der Steiermark: der Kröllkogel (= Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 110, Mainz 2013), 283–301.
[12] Vergleichbare Grabfunde sind vom Dürrnberg bei Hallein anzuführen: Georg Tiefengraber/Karin Wiltschke-Schrotta, Die Gräbergruppe Hexenwandfeld am Dürrnberg bei Hallein (= Dürrnberg-Forschungen, 7, Rahden/Westf. 2014), vgl. z. B. 179–184 (Grab 303) oder 188–194 (Grab 307).
[13] Die anthropologische Untersuchung wurde von Dr.in Silvia Renhart durchgeführt.
[14] Die nächsten bekannten hallstattzeitliche Hügelgräber liegen bei der Leechkirche in der Rittergasse (Georg Tiefengraber, Vor der Stadt. 5. Jahrtausend v. Chr. bis 13. Jahrhundert n. Chr. In: Wolfram Dornik, Graz Biografie. Geschichte einer Stadt (Graz 2022), 47 [in Folge: Tiefengraber, Vor der Stadt]).
[15] Vergleichbare Befunde sind beispielsweise aus St. Martin im Sulmtal zu nennen (Wolfgang Artner, Das Gräberfeld von Bergla bei St. Martin im Sulmtal, Weststeiermark – Überlegungen zu hallstattzeitlichen Flachgräbern in der mittleren Steiermark. In: Peter Trebsche (Hg.), Die unteren Zehntausend – auf der Suche nach den Unterschichten der Eisenzeit (= Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas 47, Langenweißbach 2007), 31–47).
[16] Tiefengraber, Vor der Stadt 36–39.
[17] Tiefengraber, Vor der Stadt 47.
[18] Christoph Gutjahr: Das frühmittelalterliche Körpergräberfeld in der ehemaligen Jesuitenuniversität (Alte Universität) in Graz, Steiermark. In: FÖ 46 (2007), 339–375.
[19] Mele/Praher-Malderle, Bericht Grazer Burg, D9599.
[20] Zu vergleichbaren Kopfschmuckringen und ihrer Datierung siehe Stefan Eichert, Die frühmittelalterlichen Grabfunde Kärntens. Die materielle Kultur Karantaniens anhand der Grabfunde vom Ende der Spätantike bis ins 11. Jahrhundert (= Aus Forschung und Kunst 37, Klagenfurt am Wörthersee 2010), 68–75; Stefan Eichert, Die frühmittelalterlichen Funde aus dem Kirchenfriedhof von St. Peter. In: Kurt Karpf/Therese Meyer (Hgg.), Sterben in St. Peter. Das frühmittelalterliche Gräberfeld von St. Peter bei Spittal/Drau in Kärnten (= Beiträge zur Kulturgeschichte Oberkärntens 6, Spittal an der Drau 2010), 165–167, Abb. 14.
[21] Aus archäologischer Sicht: Manfred Lehner, Die Stadtwerdung von Graz aus archäologischer Sicht. In: Ferdinand Opll (Hg.), Stadtgründung und Stadtwerdung. Beiträge von Archäologie und Stadtgeschichtsforschung (=Beiträge zur Geschichte der Städte Mitteleuropas 22, Linz 2011), 225–244; Levente Horváth: The Emergence of Graz to a Medieval Town – The Development of the Market, Space and Buildings in the City Centre In: Katarina Predovnik/Špela Karo u. a. (Hgg.), Arheološki pogledi na srednjeveško urbanist. Archaeological Perspectives on Medieval Urbanity (= Monografije Center za preventivno arheologijo, 15, Ljubljana 2022), 219–238
[22] Rudolf K. Höfer, Christentum und Kirche von den Anfängen bis zur Gegenreformation. In: Walter Brunner (Hg.), Geschichte der Stadt Graz. Band 3. Kirche – Bildung – Kultur (Graz 2003), 22–24.
[23] Manfred Lehner, Die Grazer Stadtmauer aus archäologischer Sicht. In: Zeitschrift des Historischen Vereins für Steiermark 94 (2003), 25–46; Erik Hilzensauer/Astrid Steinegger, Arm, alt und krank zu Beginn des 14. Jahrhunderts in Graz. Die Ergebnisse der archäologischen Grabung in der Grazer Burg 2010. In: HJbStG 43 (2013), 57–74 [in Folge: Hilzensauer/Steinegger, Arm, alt und krank].
[24] Fritz Popelka, Geschichte der Stadt Graz. Band 2 (Graz–Wien–Köln 1960, unveränderter Nachdruck aus dem Jahr 1984 der im Jahr 1960 erschienen 2. Auflage), 16–18.
[25] Im 15. Jahrhundert gibt es in Schriftquellen Nennungen für einen Bereich der Stadt, die als „burger öd” bezeichnet wurde. Möglicherweise bezieht sich diese Bezeichnung auf das Gelände der späteren Burg und könnte einen Hinweis auf eine spärliche Bebauung darstellen (Fritz Popelka, Geschichte der Stadt Graz. Band 1 (Graz–Wien–Köln 1959, unveränderter Nachdruck aus dem Jahr 1984 der im Jahr 1959 erschienen 2. Auflage), 245 [in Folge: Popelka, Geschichte Graz 1].
[26] Zu den Bestattungen siehe Hilzensauer/Steinegger, Arm, alt und krank 52–59. 
[27] Die anthropologische Untersuchung wurde von Dr.in Silvia Renhart durchgeführt.
[28] Vgl. Romedio Schmitz-Esser, Der Leichnam im Mittelalter. Einbalsamierung, Verbrennung und die kulturelle Konstruktion des toten Körpers (= Mittelalter-Forschungen 48, Ostfildern 2014), 485.
[29] Zu archäologisch fassbarer Infrastruktur auf Marktplätzen siehe Ute Scholz, Die Grabung Tulln Hauptplatz. Untersuchungen zu Markt und Raum in der mittelalterlichen Stadt (Dissertation Wien 2015), 118–164, speziell zu Pflasterungen siehe 118–122, zu Öfen/Feuerstellen siehe 153–155.
[30] Armand Baeriswyl, Die Topographie des städtischen Marktes im Mittelalter und in der frühen Neuzeit am Beispiel süddeutscher und schweizerischer Städte. In: Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters 34 (2006), 234.
[31] Zum Baubeginn siehe auch Popelka, Geschichte Graz 1, 251.
[32] Zusammenfassend zur Geschichte und zum historischen Baubestand der Grazer Burg siehe unter anderem Wiltraud Resch, Die Kunstdenkmäler der Stadt Graz. Teil 2: Die Profanbauten des I. Bezirkes – Altstadt: mit Einleitungen über die topographische und architektonische Entwicklung der Altstadt (= Österreichische Kunsttopographie 53, Graz 1997), 275–290; Wolfgang Absenger/Manuela Legen, Die Grazer Burg und Residenz in der Zeit Friedrichs III. und Maximilians I. Erkenntnisse und Fragestellungen zur Baugenese des 15. und frühen 16. Jahrhunderts. In: Ulrich Becker/Barbara Kaiser u. a. (Hgg.), Ich hab das selbig paun lassen. Beiträge zur Kunst der Spätgotik in der Steiermark (= Joannea, N. F. 2, Graz 2011), 20–55 [in Folge: Absenger/Legen, Die Grazer Burg].
[33] Diese Ergebnisse weichen etwas von den bisherigen Überlegungen der Bauforschung anhand von historischen Plänen des 18. und 19. Jahrhunderts ab (Absenger/Legen, Die Grazer Burg 24, Abb. 6).
[34] Die Bauforschung wird von ZECHNER Denkmal Consulting GmbH durchgeführt.
[35] Absenger/Legen, Die Grazer Burg 31 und 36.
[36] Bei der aktuellen Sanierung wurden diese Zwischenwände wieder entfernt.
[37] Eine Wasserleitung in der Burg wurde bereits unter Kaiser Maximilan I. erwähnt und unter Erzherzog Karl II. erneuert, vgl. Reiner Puschnig, Geschichte und Bauentwicklung der Grazer Burg. In: Karl Haidmayer (Hg.), Die Grazer Burg (Graz ²1993), 54, 65, 68.
[38] Bearbeitung des Fundmaterials Dr.in Johanna Kraschitzer (UMJ); Bestimmung der Münzen Mag. Karl Peitler (UMJ); Auswertung der Tierknochen Dr. Martina Pachler (UMJ).

Mag.a Dr.in Gudrun Praher-Malderle, Studium der Archäologie und Kunstgeschichte an der Karl-Franzens Universität Graz, Doktoratsstudium der Urgeschichte und Historischen Archäologie an der Universität Wien. Mitarbeit und Leitung bei zahlreichen archäologischen Ausgrabungen und Projekten im In- und Ausland. Seit 2021 als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Archäologie und Münzkabinett des Universalmuseums Joanneum tätig. Derzeit örtliche Grabungsleiterin bei den Ausgrabungen in der Grazer Burg.
Forschungsschwerpunkte: Jüngere Eisenzeit, Römische Kaiserzeit

Mag. Levente Horváth, Studium der Archäologie an der Karl-Franzens Universität Graz, laufende Dissertation zur Entwicklung des Grazer Stadtzentrums im Mittelalter. Mitarbeit und Leitung bei mehreren archäologischen Projekten im In- und Ausland. Derzeit stellvertretender örtlicher Grabungsleiter bei den Ausgrabungen in der Grazer Burg.
Forschungsschwerpunkte: Archäologie des Mittelalters und der frühen Neuzeit

 

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