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Dem HLK-Blog zum Geleit

Wernfried Hofmeister (Geschäftsführender Sekretär der HLK)

Gundaker Wurmbrand-Stuppach. Gründungsvorsitzender der HLK, 1892 © StLA
Gundaker Wurmbrand-Stuppach. Gründungsvorsitzender der HLK, 1892
© StLA

Die Historische Landeskommission für Steiermark (HLK): Forschungsauftrag und Öffentlichkeit
Die Externe Verknüpfung HLK versteht sich als die führende Stimme der steirischen Geschichtsforschung, denn im Auftrag des Landes leistet diese Vereinigung aus ehrenamtlich tätigen Persönlichkeiten seit dem Jahr 1892 Grundlagenarbeit zur Dokumentierung und Beschreibung der historischen Entwicklungen der Steiermark und Innerösterreichs. In Österreich ist diese akademieähnliche fächerübergreifende Gemeinschaft – bestehend aus den Externe Verknüpfung HLK-Mitgliedern im Wissenschaftlichen Kollegium und aus den Externe Verknüpfung Korrespondent/inn/en – singulär geblieben. Mit der Aufnahme der HLK in das Externe Verknüpfung Steirische Landesgesetz vor rund 25 Jahren, genau am 30. August 1994, entstand eine sogar europaweit einzigartige Einrichtung.
Passend zur langen Tradition sowie zum kleinen Gesetzgebungsjubiläum möchte diese Forschungsvereinigung ab 2020 einige ihrer aktuellen Aktivitäten gleichsam in Echtzeit einem breiteren Interessent/inn/en-Kreis aus geschichts‑ und landeskundlich Interessierten näherbringen. Zugleich will sie sich auf diese Weise mit anderen landeshistorisch aktiven Einrichtungen sowie mit dem gesamten fachnahen Bildungsbereich, von der Universität bis zur Schule, vernetzen. Für beides scheint das tage‑ resp. logbuchartige, jedoch zugleich plurimediale und interaktive Web-Medium des Blogs ideal.[1]

Mythos.Macht.Geschichte © Uni-Press Verlag
Mythos.Macht.Geschichte
© Uni-Press Verlag

Schlaglichter auf das Forschungsportfolio der HLK
Zurzeit werden vom Büro der HLK in Verbindung mit dem Ständigen Ausschuss rund 50 Forschungs‑ bzw. Publikationsvorhaben unterstützt, teils allein von der HLK getragen, teils in Partnerschaft. Welche konkreten Vorhaben das mit einschließt, soll ein kleiner ausschnitthafter Rundblick auf dieses Leistungsspektrum illustrieren.
Die beiden vielbändigen Langzeitprojekte des Steirischen Urkundenbuchs (StUB) und der Geschichte der Steiermark (NLG) sind generationenübergreifend konzipiert und deuten schon durch die (zumindest HLK-intern geläufigen) Kürzel ihren besonderen Stellenwert an: In der Tat leisten diese Initiativen Epochales, indem etwa das StUB die historischen mittelalterlichen Quellen der Steiermark aus den Schatzkammern zahlreicher Archive des In‑ und Auslands ans Licht der Wissenschaft bringt.[2] Die NLG-Reihe unternimmt es, quer durch alle Lebensbereiche und Zeiten die Formierung der steirischen Geschichtslandschaft in zeitgemäßer Methodik und Sprache darzustellen. Den aufschlussreichen Hintergründen von mehr oder minder öffentlich zugänglichen Inschriften in unserem Land spürt ein vieljähriges Inschrifteneditions-Projekt nach, indem es diese Schrift gewordenen Erinnerungen zu historischen Gebäuden, Artefakten etc. in die Geschichtsforschung mit einbindet. Wer sich für die landespolitische Diskussionskultur sowie Entscheidungsprozesse aus vergangenen Tagen interessiert, wird in den umfangreichen Veröffentlichungen aus den Steiermärkischen Landtagsakten fündig und gewiss nicht enttäuscht werden. Ähnlich erkenntnisreiche Einblicke ermöglichen die Editionen der Nuntiaturberichte – hoch aufschlussreich etwa für das historische Ringen zwischen Staats‑ und Religionsdomänen. Mit besonderer Spannung werden meist die verschriftlichten Ergebnisse archäologischer Unternehmungen erwartet, so etwa im Rahmen der geplanten HLK-Veröffentlichungen zur Spätantike in der westlichen Obersteiermark oder zum Mittelalterarchäologischen Projekt Grazer Hauptplatz. Schließlich sei noch ein Schnittstellenprojekt zwischen Forschung und Lehre genannt, in dem sich alle zwei Jahre gleich mehrere Kompetenzbereiche der HLK spiegeln: In Kooperation mit der Universität Graz finden seit 2018 fächer‑ und fakultätsübergreifende Ringvorlesungen statt, die in einer eigenen HLK-Reihe nachzulesen sind; der Titel der ersten Vorlesung lautete „Mythos.Macht.Geschichte",[3] die Vorlesung im Sommersemester 2020 widmet sich dem ewig aktuellen Thema „Fälschung!".

Allgemeines zu den Blog-Inhalten: eine Einladung
Als blogwürdige Inhalte gelten kompakte aktuelle Original-Beiträge zur steirisch-innerösterreichischen Geschichtsforschung. Sie sind zum einen aus dem o. g. Kreis der HLK-Mitglieder oder der HLK-Korrespondent/inn/en zu erwarten; Anlässe dafür stellen u. a. in Angriff genommene oder soeben abgeschlossene Forschungsprojekte der HLK dar, kompakte Nachberichte zu Vorträgen, die von der Landeskommission veranstaltet wurden, sowie bündige Informationen zu frisch erschienenen HLK-Publikationen, seien es Bücher oder Online-Veröffentlichungen. Speziell im Fall von ganz neu begonnenen Kommissionsprojekten soll nicht nur die (hoffentlich) neugierige Abonnent/inn/en-Gemeinschaft von einem entsprechenden Blog-Beitrag profitieren, sondern auch das vorgestellte Projekt, indem etwaige Blog-Rückmeldungen zur Optimierung des Forschungsunternehmens beitragen können (s. dazu unten mehr).
Außer dieser internen Schiene – die man zugleich als ein virtuelles Schaufenster der HLK-Leistungen sehen mag - sind des Weiteren von außen an die HLK herangetragene Beiträge willkommen, die thematisch und qualitativ kongenial die steirische Forschungslandschaft bereichern.
Gemäß konventioneller Diktion gleicht das angestrebte Blog-Format dem Typus der Miszelle[4] im Sinn einer pointierten, nur wenige (Bildschirm‑)Seiten umfassenden Mitteilung zu forschungsaktuellen Entdeckungen oder Entwicklungen. Mit dieser Ausrichtung will und kann der HLK-Blog etablierte Buch‑ bzw. Aufsatzpublikationen keineswegs ersetzen, sondern etwas Eigenständiges hinzufügen.

Spezielleres zu den Blog-Inhalten
Die verschiedenen Blog-Kategorien entsprechen im Wesentlichen den breit gefächerten Kompetenzfeldern der HLK-Mitglieder und ‑Korrespondent/inn/en. Dazu zählen die Archäologie, Archivwissenschaften, Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte, Montangeschichte, Museologie, Musikwissenschaft, Numismatik, Rechtsgeschichte, Religionswissenschaft und Kirchengeschichte, Volkskunde/Ethnologie. Weitere, ggf. feiner untergliederte Fach‑ und Themenrubriken mögen sich aus der künftigen personellen Entwicklung der HLK-Mitglieder ergeben bzw. aus ‚innovativen‘ Blog-Beiträgen, die an die Blog-Redaktion herangetragen werden: so etwa auf den Gebieten der Architekturgeschichte, der Handschriftenkunde/Überlieferungsgeschichte, der Bibliothekswissen­schaften oder der steirischen Technikgeschichte – nicht Genanntes keineswegs ausgeschlossen. Das über alle Forschungsgebiete hinweg Verbindende liegt – äquivalent zur Widmung der HLK – in der Fokussierung auf geschichtswissenschaftliche Themen, die für die Steiermark (in ihren heutigen oder historischen Grenzen) relevant sind.

Nähere Hinweise zur Blog-Form
Der HLK-Blog präsentiert sich für das o. g. breite Zielpublikum in Form eines eigenständigen, keinem anderen Blog strikt folgenden Kommunikationsdesigns: Orientiert am zentralen wissenschaftlichen Gegenstandsbereich, wird einer fachsprachlichen Diktion Raum gegeben, doch sollte diese zum einen gut lesbar bleiben und zum andern durchaus auch pointiertere Formulierungen zulassen. Willkommen sind belegende resp. konzis vertiefende Fußnoten, ebenso angehängte Literatur‑ und Quellenverzeichnisse. Zwischenüberschriften mögen beim sinnfälligen Untergliedern helfen und das Publikum zum Weiterlesen animieren.
Um gleichzeitig den diskurstechnischen Mehrwert des Blog-Mediums auszuschöpfen, bietet sich die smarte Integrierung multimedialer Inhalte an: Begriffsverlinkungen dienen der selektiven Informationsvertiefung, ebenso etwaige sprechende Illustrationen. Ähnliches gilt für integrierte/verlinkte Video‑ und Audiodateien. (Die urheberrechtliche Erlaubnis zur Einbindung solcher Medien wird von der Blog-Redaktion der HLK vorausgesetzt.) Der Umfang der HLK-Blogbeiträge bewegt sich zwischen 5.000 und 15.000 Zeichen (inkl. Fußnoten und Leerzeichen).

Von der Einreichung zur Publizierung bis zum Danach
Die vorgesehene Peer-Review-artige Begutachtung aller eingereichten Blog-Beiträge wird vom HLK-Büro koordiniert, nach Aufnahme des Beitrags erfolgt von dort aus die Einrichtungsarbeit und online-Stellung.
Alle publizierten Fachbeiträge fließen anhand ihrer oben genannten geschichtswissenschaftlichen Fachbereiche in adäquate Blog-Rubriken ein; fächerübergreifende Beiträge ggf. (per Verlinkung) in mehrere. Blog-Suchfenster erlauben innerhalb jeder Rubrik, aber auch über alle Rubriken hinweg eine umfassende Durchsuchbarkeit. Die im Hintergrund durchgeführte Beschlagwortung des HLK-Blogs bzw. aller Beiträge sorgt für die angestrebte Präsenz, d. h. Auffind‑ und Vernetzbarkeit, im omnipräsenten World Wide Web. Dank der wissenschaftlichen Ausrichtung des HLK-Blogs sind die Urheberrechte der Beiträger/innen geschützt.[5]
Aus organisatorischen sowie kommunikationsstrategischen Gründen verbietet sich für den HLK-Blog ein offenes, unmoderiertes Diskussionsforum: Stattdessen wird zu persönlichen Rückmeldungen ans HLK-Büro eingeladen: Dieses koordiniert die sachorientierte Wissenschaftskommunikation, um am Ende entweder die Optimierung von bereits publizierten Blog-Beiträgen zu befördern oder die Beiträger/innen durch die Weitergabe allfälliger positiver Rückmeldungen in ihrem Tun zu bestätigen.

Blog-Archivierung à la HLK
Die online-Sicherung aller Blog-Beiträge wird vom Server des Landes Steiermark geleistet. Eine gleichsam automatische Ko-Sicherung bietet etwa das globale Archiv-Portal Externe Verknüpfung https://web.archive.org/ (WayBackMachine). Nach einer ‚Konsolidierungsphase‘ werden alle Blog-Beiträge seitens der HLK zudem auf einem externen Datenträger offline gespeichert, soweit das eben technisch umsetzbar ist. Zu guter Letzt werden alle Beiträge im HLK-Büro ausgedruckt, um alljährlich einen Sammelband zu bilden und so Teil des rein analogen, stromunabhängigen HLK-Archivs zu werden.

Abo-Einladung
Das Lesen aller Beiträge des HLK-Blogs ist unbeschränkt und kostenfrei möglich! Wer dem Leser/innen-Kreis beitreten möchte, um am Puls der steirischen Geschichtsforschung zu sein, kann dies ganz unkompliziert durch den Aufruf des folgenden Links erreichen: Externe Verknüpfung https://www.verwaltung.steiermark.at/cms/nl/?subscribe=pa-alle-medien.[6] – Das Blog-Team der HLK würde sich über die Weitergabe dieses geschichtsträchtigen Subskriptions-Tipps freuen!

Literatur‑ und Quellenverzeichnis

[1] Die HLK verfügt über kein gedrucktes Journal. Ihre Leistungen und sonstigen Aktivitäten macht sie rückblickend in eigenen Berichten zu den einzelnen Geschäftsperioden öffentlich, so zuletzt kumulativ für die Jahre 2007–2018: Ableitinger, XXVIII. Bericht der Historischen Landeskommission. – Eine selbstkritische, doch letztlich ermunternde Beschreibung des Mediums Wissenschafts-Blog findet sich unter Externe Verknüpfung https://gab.hypotheses.org/1679.
[2] Ein Teilbereich des StUBs ist bereits vor mehreren Jahren auch Externe Verknüpfung online einsehbar gemacht worden. Ein weiterer Abschnitt des StUB-Projekts, dessen Anfänge ins 19. Jahrhundert zurückreichen, wird 2020 online gehen; ein dazu bereits geplanter Blog-Beitrag wird demnächst Näheres erläutern.
[3] Von sechs Personen vorgetragen im Sommersemester 2018 und ein Jahr später publiziert: Hofmeister, Mythos.Macht.Geschichte. Siehe auch unter Externe Verknüpfung https://www.unipress-graz.com/buecher/macht-mythos-geschichte.
[4] Solche gelegentlichen Verlinkungen von etwas ‚exotischen‘ Fachbegriffen (die mit Blick auf den jüngeren Blog-Publikumskreis ratsam scheinen), mögen gelegentlich auch auf die Wikipdia verweisen. Nachsatz zur generellen ‚Wikipedia-Zitierfrage‘: Beileibe nicht alle, doch immer mehr Artikel dieses globalen, offenen, aktuellen und daher sehr beliebten – zumal noch immer werbefreien! – Wissensnetzwerks eignen sich gut für so manche Basisinformation. Nicht ungefähr ist darin auch die HLK seit Längerem präsent: Externe Verknüpfung https://de.wikipedia.org/wiki/Historische_Landeskommission_für_Steiermark.
[5] Mittlerweile werden derartige Blog-Beiträge von der Scientific Community zunehmend als eigenwertige Publikationen anerkannt, lassen sich also im akademischen bzw. laufbahnorientierten Umfeld karrierewirksam verbuchen. Ab dreijährigem Bestehen eines Blogs können die Autor/inn/en gegenüber refundierenden Urheberrechtswahrern wie der „Literar Mechana" finanzielle Ausschüttungen beantragen. Dass für Beiträge zum HLK-Blog seitens der HLK kein Honorar vorgesehen ist, sei bloß der Vollständigkeit halber hinzugefügt.
[6] Eine Abwahl der automatischen Blog-Zusendungen gestaltet sich ähnlich einfach.

Wernfried Hofmeister – Studium der Germanistik und Anglistik in Graz, nach Habilitation 1995 Ao. Univ.-Prof. für Deutsche Sprache und Ältere Deutsche Literatur am Institut für Germanistik der Universität Graz, seit 1. Jänner 2019 Geschäftsführender Sekretär der Historischen Landeskommission für Steiermark. Forschungsschwerpunkte: Editionswisschenschaft, historische Metaphern- und Phraseologieforschung, spätmittelalterliche Dichtung, Vermittlung mediävistischer Fachinhalte an eine breitere Öffentlichkeit.