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1. Mai 1020: Stift Göss vor tausend Jahren und danach

Günther Jontes

Abb. 1: Diplom Kaiser Heinrichs II. für Göss (1. Mai 1020, Fulda) © StLA
Abb. 1: Diplom Kaiser Heinrichs II. für Göss (1. Mai 1020, Fulda)
© StLA

Am 1. Mai 1020 tritt das älteste Stift der Steiermark mit der ersten urkundlichen Nennung (Abb. 1) in das Licht der Geschichte. Da vor mehr als zweihundert Jahren anlässlich der Klosterreformen Kaiser Josephs II. abrupt aufgehoben, müssen nun andere, und zwar die geschichtsbewusste Öffentlichkeit, feiernd des einstigen Nonnenstiftes gedenken. In einem vor kurzem erschienenen Band habe ich dazu einiges zusammengetragen.[1] Mein darauf fußender Blogbeitrag will kurz nachzeichnen, wie in diesen tausend Jahren weite Bereiche des Leobener Umlandes kulturelle und soziokulturelle Schübe erfahren haben, die zum Teil ihresgleichen suchen.
Das Nonnenstift, das der Regel des heiligen Ordensvaters Benedikt folgte, hat natürlich auch eine Vorgeschichte. 2004 erinnerte man sich daran, dass 904 – noch ohne das Kloster – mit der sogenannten Murtalschenkung der Name Göss erstmals urkundlich festgehalten wurde. Und zwar in der ältesten erhalten gebliebenen pergamentenen Urkunde des Landes. Damit wurden nach langer Zeit das Wissen und der Forschungsdrang auf das Gebiet des Umkreises der Stadt Leoben und damit der erst 1938 ihr angeschlossenen Gemeinde Göss fokussiert.

Königliche Schenkung an ein bairisches Geschlecht
König Ludwig das Kind, der letzte ostfränkische Karolinger, bestätigt mit Brief und Siegel die Schenkung von zwanzig Königshuben im Bereich des Leobentales und der Uferzone der Mur an Arpo aus dem Geschlecht der Aribonen, die aus dem bairischen Chiemgau stammen und dort auch in Seeon ihr eigenes Familienkloster hatten. Wenn 904 in der erwähnten lateinischen Urkunde der Siedlungsname als villa Costiza erscheint, so wird damit eine bereits existierende Dorfsiedlung gemeint sein. Diese könnte auch den Charakter eines Gutshofes gehabt haben. Der urkundliche Name Costiza weist sprachlich auf eine Besiedlung durch slawische Karantanen, die sogenannten Alpenslawen, hin, die während der Völkerwanderungszeit in das von der Römerherrschaft entblößte Land eingezogen waren. Der Name lässt sich auf slawische Sprachwurzeln zurückführen, die etwa in die Deutungsrichtung Wald oder auch Herberge hinführen.

Abb. 2: Gösser Ornat © Museum für angewandte Kunst (Wien)
Abb. 2: Gösser Ornat
© Museum für angewandte Kunst (Wien)

Das Stift entsteht
Die „Murtalschenkung" geschah in der Grafschaft Liupina von Arpos Vater Otachar. Schon in seinen Anfängen nimmt das Kloster eine führende Stellung ein. Gründer ist Aribo III., welcher gemeinsam mit seiner verwitweten Mutter Adala und seiner Schwester Kunigund das Stift ins Leben ruft. Dies muss kurz vor 1020 erfolgt sein, weil sich alle Rechtsakte jetzt vollziehen. Aribo war Diakon der Salzburger Kirche und Kapellan Kaiser Heinrichs II. und damit einer der einflussreichsten Kirchenfürsten und Politiker seiner Zeit. Unter Kaiser Heinrich war er auch Erzkanzler für Deutschland, unter Kaiser Konrad II. ebenso für Italien. 1021 bis 1032 stieg er sogar zur Würde eines Erzbischofs von Mainz auf.
Er entließ also das Stift aus seinem ererbten Eigentum und übergab es an den Kaiser. Damit wird dieses, wenn auch nur kurze Zeit, zur Reichsabtei, der einzigen je in Österreich bestehenden. Dies geschah mit besagter Urkunde vom 1. Mai 1020, deren anhängendes Siegel die älteste Goldbulle eines römisch-deutschen Kaisers einschließt (Abb. 1). Diese überragende Rechtsquelle wurde in Fulda ausgestellt.
Schon kurz darauf – kein halbes Jahr war vergangen – stellte sich der Kaiser am 23. Dezember mit einer großzügigen Schenkung ein. Er überließ zu diesem Zeitpunkt dem Stift elf bäuerliche Untertanen, die wahrscheinlich in unmittelbarer Nähe ihre Höfe bewirtschafteten und damit zum Lebensunterhalt des Klosters beitrugen. Wir sind durch die Urkunde in der glücklichen Lage, sogar ihre Namen zu kennen. Damals genügte ein Taufname, um eine Person zu charakterisieren. Die Namen sind in althochdeutscher Sprache, man muss sie nur ihrer lateinischen Endungen entkleiden. Die Hörigen heißen: Wazilo, Azilo (2x), Diezo, Racco (2x), Anzo, Liuzi, Enzi (2x) und Izo. Damit stehen vor tausend Jahren sogar die ersten „Gösser" vor uns.
Die ersten Nonnen kamen im Falle Göss aus dem Salzburger Nonnbergstift. Ob von Anfang an der Regula des abendländischen Mönchsvaters Benedikt gefolgt wurde, wird noch heute von wissenschaftlicher Seite diskutiert und kritisch hinterfragt.

Abb. 3: Stift Göss. Kupferstich aus Georg Matthaeus Vischer, Topographia Ducatus Stiriae, 1681 
Abb. 3: Stift Göss. Kupferstich aus Georg Matthaeus Vischer, Topographia Ducatus Stiriae, 1681

Der Adel dominiert
Als erste Äbtissin wurde Aribos Schwester Kunigund eingesetzt. Dem Hochadel vorbehalten, entwickelte sich das Stift Göss zu einem Erziehungsinstitut für die Töchter aus diesem exklusiven Gesellschaftskreis. Mangelndes Engagement auf anderen Gebieten führte zur Aufhebung des Stiftes im Jahre 1782. Aus dem personellen Fundus dieser Adelstöchter erwuchs der Ordensnachwuchs der Chorfrauen aus der Oberschicht, zu welchen als dienende Kräfte die aus bäuerlichem oder bürgerlichem Milieu stammenden Laienschwestern rekrutiert wurden. Dies geschah aber erst seit 1618. Der Kupferstich von 1680 aus Georg Matthäus Vischers famosem Burgen- und Schlösserbuch (Abb. 3) trägt noch die Überschrift „Das hoch adeliche Jungfraw Closter Göss".

Abb. 4: Südportal der ehem. Stiftskirche Göss © Günther Jontes
Abb. 4: Südportal der ehem. Stiftskirche Göss
© Günther Jontes

Wachsender Grundbesitz verlangt nach Seelsorge für die Untertanen
Zahlreiche Grundschenkungen kamen aus der Mitgift der eintretenden Novizinnen und aus frommen Stiftungen privater Kreise. Sie führten dort, wo sich dieser Besitz besonders ausdehnte, auch zur Installierung von Pfarren, die dem Stift bis 1782 inkorporiert blieben. Es waren dies St. Andrä zu Göss, Maria am Waasen zu Leoben, St. Veit am Veitsberg, St. Dionysen bei Bruck und Tragöss. Die Äbtissinnen hatten das Recht der Einsetzung der jeweiligen Pfarrherren. Der geistliche Beistand und die zahlreichen liturgischen Erfordernisse für die im Stift Weilenden lag in der Hand eines Pater Supremus, seit der Mitte des 17. Jahrhunderts ein Konventuale der Benediktinerabtei Admont mit Kaplänen an seiner Seite.
Der Grundbesitz war sehr ertragreich. Er erstreckte sich vom steirischen Ennstal bis in die Untersteiermark und umfasste neben den Bauerngütern und Meierhöfen auch Almen, Forste, Mühlen, Fischrechte und Weingärten.

Abb. 5: Schlingrippen im Hauptschiff der ehem. Stiftskirche Göss © Günther Jontes
Abb. 5: Schlingrippen im Hauptschiff der ehem. Stiftskirche Göss
© Günther Jontes

Gerichtsbarkeit und Verwaltung erfordern auch Laien als Beamte
Über die bäuerlichen Untertanen war ein rechtliches System gespannt, das im Falle von Göss nicht nur die „kleine" patrimoniale Gerichtsbarkeit umfasste, sondern auch über den Blutbann verfügte, der es erlaubte, Todesurteile auszusprechen und zu vollstrecken. Im Stift saß der Hofrichter als juristische Instanz.
Die Verwaltung der weltlichen Angelegenheiten, der Temporalien, besorgten besoldete Beamte. Sie waren außer in die Rechtsprechung auch in die Finanzen, die Organisation aller Abläufe, Archivpflege, Bauwesen sowie in die Vorratshaltung verantwortlich mit einbezogen.
Natürlich musste die so große Grundherrschaft über juristisch hieb- und stichfeste Dokumente über den Besitz verfügen. Äbtissin Anna von Herberstorff ließ deshalb 1450 ein solches Besitzverzeichnis, das große Haupt-Urbar, anlegen, ein später ständig ergänztes Schriftwerk in Form eines Buches, in welchem alle damals abgabepflichtigen Untertanen mit ihren Zinsleistungen vermerkt standen.

Abb. 6: Pfeiler im Langhaus der ehem. Stiftskirche Göss  © Günther Jontes
Abb. 6: Pfeiler im Langhaus der ehem. Stiftskirche Göss
© Günther Jontes

Stiftschronik und Archiv des Stiftes Göss
Die Fortschreibung der Ereignisse inner- und außerhalb des Klosters erfolgte durch
P. Marcellinus Preinmann, der 1645 als erster Admonter Benediktiner nach Göss gekommen war. Unter der Äbtissin Maria Johanna von Kollonitsch war er mit der Abfassung einer Stiftschronik befasst.
In diesem Werk sind allem Anschein nach auch Überlieferungen dramatischer Ereignisse mit eingeflossen, die sich hartnäckig in der mündlichen Tradition und im kollektiven Gedächtnis des Klosters gehalten haben. Das beste Beispiel dafür sind die Ereignisse des Gottesplagenjahres 1480, in welchem die türkischen Brenner und Senger vor den Klostermauern standen. Die berichtete Errettung durch himmlische Mächte fand dann einen ins Legendenhafte verklärten Eingang in die Stiftschronik.
1779 endet die Chronik mit der Wahl der 40. und letzten Äbtissin Maria Gabriela von Schaffmann. Die Aufschreibungen schließen mit dem lapidaren Satz von ungelenker Hand: 1782 sünd wir aufgehoben worden.
Von dieser Chronik Objektivität einzufordern, ginge zu weit. Eigene Schwierigkeiten, ja Skandale, von denen man durch außenstehende Quellen weiß, werden verschwiegen, denn die Nachwelt sollte sich von der Fleckenlosigkeit überzeugen können. Für reinen Wissensgewinn höher einzuschätzen als die Chronik ist naturgemäß das schier unerschöpfliche, heute im Steiermärkischen Landesarchiv in Graz verwahrte, wie durch ein Wunder vollständig erhalten gebliebene Stiftsarchiv mit seinen abertausenden Dokumenten. Eine lange Reihe von bedeutenden Autoren hat bereits im 19. Jahrhundert damit begonnen, aus diesen Quellen mittels wissenschaftlicher Methoden die Geschichte von Göss generell und in Details zu beschreiben.

Abb. 7: Heiliggeistloch in der ehem. Stiftskirche Göss © Günther Jontes
Abb. 7: Heiliggeistloch in der ehem. Stiftskirche Göss
© Günther Jontes

Die Folgen der Aufhebung des Klosters
Die rigorose, ja brutale Aufhebung von Göss hatte eine Verstaatlichung zur Folge. Und diese bewirkte gerade hier in kultureller, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht einen der beschämendsten Vorgänge in der steirischen Geschichte. Das mobile Klostergut wurde bis auf bescheidene Reste verschleudert: Liturgische Gerätschaften und Paramente wurden abgeliefert, die Bestände der Stiftsbibliothek gelten seitdem ebenfalls als unauffindbar. Nur einzelne Bücher sind hin und wieder aufgetaucht, doch andere Dinge wie Möbel und Raumdekorationen verschwanden in privaten Kanälen. Es ist erwiesen, dass sich besonders die staatlichen Aufhebungskommissare mit ihren Familien am Klostergut bereicherten.

Abb. 8: Frühromanische Krypta der ehem. Stiftskirche Göss © Foto Fürst (Leoben)
Abb. 8: Frühromanische Krypta der ehem. Stiftskirche Göss
© Foto Fürst (Leoben)

Das Schicksal der Baulichkeiten im Stiftsbereich
Als 1783 das von Kaiser Joseph II. erzwungene Bistum Leoben in die ehemaligen Stiftsgebäude einzog, wurde auch die prachtvolle barocke Ausstattung der Stiftskirche bis auf Reste wie das Chorgestühl entfernt. Schon vorher war die dem Volk gewidmete Pfarrkirche zum hl. Andreas bis auf den Glockenturm abgebrochen worden, der mit seinem Geläut von 1486 und 1500 und den Ziffernblättern der Turmuhr nun wie ein Campanile einsam innerhalb der erhalten gebliebenen Wehrmauern steht. Die ehemalige Stiftskirche wurde zur Pfarrkirche und zum Kathedralsitz des Leobener Bischofs umgewidmet. Weite Trakte des Stiftes wie die Klausur der Nonnen und das Klosterspital verschwanden.

Abb. 9: Michaelskapelle Göss © Günther Jontes
Abb. 9: Michaelskapelle Göss
© Günther Jontes

Die prächtige Stiftskirche und ihre Phasen der Entstehung
Der zentrale Baukomplex bis heute ist die ehemalige Stiftskirche, die eines der bedeutendsten gotischen Gotteshäuser des Landes darstellt. Das reich dekorierte Südportal (Abb. 4) erschließt einem die Kirche. Steinmetzzeichen weisen auf eine Werkstatt, von welcher Tor und Langhaus unter der Äbtissin Margaretha von Mindorf im Zeitraum von 1514 bis 1523, also im letzten Abglanz der Gotik, errichtet worden waren.
Pfeiler mit zum Teil geschraubten Aufstreben (Abb. 6) auf sternförmigen Grundrissen tragen das Langhaus. Dieses ist dreischiffig, wobei das Mittelschiff die Nebenschiffe beträchtlich überragt und durch sechs Joche der Länge nach geteilt wird. Reiche Schlingrippen (Abb. 5) schmücken das Hauptschiff. Sie haben keine Tragefunktion mehr, sind nicht mehr aus Stein, sondern aus Ton gebrannt und an die Decke geheftet.
Besonders reich geformt ist das sogenannte Heiliggeistloch (Abb. 7), durch welches am Feiertag Christi Himmelfahrt eine Christusstatue zur Freude des Volkes hernieder- und wieder emporschwebte.
Zusammengetragene Grabsteine der Äbtissinnen mehrerer Epochen wurden erst im 20. Jahrhundert am östlichen Zugang eingemauert.

Abb. 10: Gotische Fresken in der Michaelskapelle Göss © Günther Jontes
Abb. 10: Gotische Fresken in der Michaelskapelle Göss
© Günther Jontes

Die ältesten Bauten mit ihrer Ausstattung
Die ältesten und bis in die Gründungszeit zurückreichenden Bauteile finden sich in der frühromanischen Krypta (Abb. 8), in welcher als Stütze auch eine antike gedrehte Säule als Spolie von einem verschollenen römerzeitlichen Bau verwendet wurde. Hier fanden die verstorbenen Nonnen ihre letzte Ruhestätte.
Ein weiteres frühes Ensemble ist die romanisch-gotische Michaelskapelle (Abb. 9). Der Erzengel, nach welchem sie benannt ist, wird als Patron der Toten verehrt.
Der Bau im direkten Anschluss an die Stiftskirche glänzt durch seinen Freskenschatz (Abb. 10), der als eine der bedeutendsten Ausstattungen mit Wandmalereien des zackbrüchigen Stils im gesamten christlichen Europa gilt.
Äbtissin Herburgis (1271–1285), die sich selbst in einem der Fresken verewigen ließ, hat diese Bilder mit Stationen aus dem Christusleben, Heiligen sowie Paraphrasen auf das Hohe Lied Salomos gestalten lassen. Im Untergeschoß fanden die Gösser Äbtissinnen ihre letzte Ruhestätte.

Textilienschätze aus allen Epochen
Bei der Aufhebung des Stiftes wurden die sakralen Textilien entfernt und einer zentralen Sammelstelle in Graz zugeführt, die dann eine Verteilung an die neuen josephinischen Pfarren vornahm. Einzig „der Stifterin genähter Ornat" (Abb. 2) blieb in Göss. Leider wurde er 1911 nach Wien verkauft, wo er im Museum für Angewandte Kunst das romanische Paramenten-Prunkstück schlechthin darstellt, denn er ist der einzige fast vollständig erhaltene romanische Ornat im gesamten christlichen Abendland. Um 1260 gab ihn die Äbtissin Kunigund II. (1239–1269) bei den Nonnen in Auftrag und beteiligte sich selbst an den Stickereien.

Abb. 11: Barocke Wandmalereien in der Friedhofskirche Göss © Günther Jontes
Abb. 11: Barocke Wandmalereien in der Friedhofskirche Göss
© Günther Jontes
Abb. 12: Gotische Fresken in der Friedhofskirche Göss © Günther Jontes
Abb. 12: Gotische Fresken in der Friedhofskirche Göss
© Günther Jontes

Dem Stift zugeordnete Bauwerke im Raume Göss
Für seine Pfarrgemeinde hatte das Kloster in einiger Entfernung ein eigenes Spital als eine Art Alten- und Pflegeheim für die Untertanen errichtet, um das sich dann ein bis heute belegter Friedhof ausbreitete. In der dem hl. Erhard geweihten dazugehörigen Kirche beteten die Insassen für ihre Wohltäter. Frühgotische Fresken lassen das Christusleben vor den Augen des Betrachters vorüberziehen, Maria wird im Himmel gekrönt. Noch im Barock wurden qualitativ eher zweitklassige Deckenmalereien
(Abb. 11) angebracht, welche aber einen hohen volkskundlichen Informationswert besitzen. Besonders interessant ist dabei das Bild mit der Anbetung des hl. Erhard mit zahlreichen Votivgaben und der Darstellung dreier Wunder, welche körperliche Heilung und eine Teufelsaustreibung zeigen.
Einzigartig sind die gotischen Fresken (Abb. 12), die zwei Zimmerleute und einen Maurer bei der Arbeit im Bild erstehen lassen.
An der Außenseite zeigt eine kleine Nische eine  Malerei der letzten Äbtissin als Aufgebahrte.

Auch der erste, gleichzeitig einzige und letzte Leobener Bischof Engl von Wagrain fand hier seine letzte Ruhestätte, weil durch die josephinischen Reformen eine Bestattung in seiner Kathedralkirche nicht mehr möglich war.

Grundlegende Literatur kurz gefasst

  • Heinrich Appelt, Das Diplom Kaiser Heinrichs II. für Göß vom 1. Mai 1020. Eine diplomatisch-verfassungsgeschichtliche Untersuchung (Graz–Köln 1952).
  • Karl Bracher, Der „Stifterinaltar" und „der Stifterin genähter Ornat" zu Göss. In: Aus Archiv und Chronik 1 (1948), 195–205.
  • Heinz Dopsch, Von der Königsschenkung des Jahres 904 zur Gründung des Frauenklosters Göß. In: Heimo Kaindl/Matthias Keil u. a. (Hgg.), Stift Göss. Die Stifts-, Kathedral- und Pfarrkirche zum Heiligen Andreas. Beiträge zu Geschichte, Architektur und Kunst (= KulturBlickKirche 2, Graz–Leoben-Göss 2004), 18–32.
  • Herwig Ebner, Die Besitzgeschichte des Nonnenstiftes Göss in Steiermark vom Jahre 1020 bis 1460. Mit besonderer Berücksichtigung des Klostergutes im Gerichtsbezirk Leoben (Diss. Graz 1949).
  • Hermann Fillitz, Kunstgewerbe. In: Ausstellung Romanische Kunst in Österreich. 21. Mai bis 25. Oktober 1964, Minoritenkirche Krems-Stein, Niederösterreich (Wien 1964), 165–208 (bes. 204–206).
  • Bernhard Hebert, Archäologische Untersuchungen in der Krypta von Göß, Steiermark. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst- und Denkmalpflege 43 (1989), 181–184.
  • Günther Jontes, Die frühgotischen Fresken der Erhardikirche in Göß. In: 75 Jahre 4. Bundesgymnasium Graz (Oeverseegymnasium) (Graz 1977), 116–126.
  • Günther Jontes, Vor tausend Jahren. Stift Göß in Leoben als älteste Klostergründung der Steiermark (Leoben 2020).
  • Heimo Kaindl/Matthias Keil u. a. (Hgg.), Stift Göss. Die Stifts-, Kathedral- und Pfarrkirche zum Heiligen Andreas. Beiträge zu Geschichte, Architektur und Kunst (= KulturBlickKirche 2, Graz–Leoben-Göss 2004).
  • Hannes P. Naschenweng, Das Profeßbuch und Necrologium des Benediktinerinnenstiftes Göß 1603–1774. In: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktiner-Ordens und seiner Zweige 103/2 (1992).

[1] Günther Jontes, Vor tausend Jahren. Stift Göß in Leoben als älteste Klostergründung der Steiermark (Leoben 2020), 83 Seiten.

Günther Jontes, geb. 1939 in Graz, Studium der Germanistik (mit Schwerpunkt Altgermanistik), Kunstgeschichte, Habilitation für Volkskunde, war von 1983 bis zu seiner Pensionierung 2002 als tit. ao. Universitätsprofessor am Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie (früher: Institut für Volkskunde) der Karl-Franzens-Universität Graz tätig.
Jontes war von 1970 bis 2001 Direktor des Museums der Stadt Leoben und ist seit 1989 Mitglied der Historischen Landeskommission für Steiermark, davon ab 2002 bis 2016 Mitglied des Ständigen Ausschusses. Das Hauptaugenmerk liegt bei Jontes auf Europäischer Volkskunde und Kulturgeschichte. Seine Forschungsschwerpunkte betreffen Montan- und Funeralkultur, Volkserzählung, Sprachwissenschaft und Sachvolkskunde. Jontes beschäftigt sich auch mit außereuropäischen Kulturen, besonders der Kultur Indiens und der Himalayaländer.
Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und wissenschaftliche Arbeiten, besonders zur steirischen Geschichte und Kulturgeschichte.