Die steirische Diva Marianne Pirker? Das Ende einer Legende
Christian Neuhuber

Sie war eine der schillerndsten Künstlerinnen im italienisch dominierten Opernbetrieb des 18. Jahrhunderts und konnte sich als gefeierte ‚Prima Donna Tedesca’ nicht nur im Mutterland der Opera seria etablieren, sondern auch auf anderen europäischen Bühnen von Hamburg, Berlin und Dresden bis London, Kopenhagen, Bratislava und Ljubljana. Der Nachwelt in Erinnerung aber blieb Marianne Pirker (1717–1782) vor allem durch ihre tragische Rolle am Stuttgarter Hof, wo die Kammervirtuosin als Vertrauensperson der Herzogin Elisabeth Friederike Sophie von Brandenburg-Bayreuth in den Kabalen um die zerrüttete fürstliche Ehe zu Schaden kam. Ihr Engagement endete durch einen Willkürakt des Despoten Karl Eugen von Württemberg in einer langjährigen Festungshaft (1756–1764), die Pirkers Laufbahn zerstörte.[1]
Die Legende der steirischen Herkunft


So gründlich inzwischen Glanzzeit und Niedergang der ‚Nachtigall von Hohenasperg’ beforscht sind – zur Herkunft, Sozialisation und Ausbildung wusste man bislang erstaunlich wenig. Denn als ältestes Lebensdokument galt ein Eintrag („La Signora Mariana Pircker, Todesca”)[2] im Libretto zu La fede tradita e vendicata, der ersten Oper, die 1736 im von den Gebrüdern Pietro und Angelo Mingotti errichteten Grazer Theater am Tummelplatz gegeben wurde.[3] Da die Frau des Salzburger Musikers Franz Joseph Karl Pirker (1701–1786) – ‚Virtuosus de violino’, Libretto-Übersetzer und Kopist der Mingotti-Truppe – die einzige deutsche Sängerin in der Gesellschaft der umtriebigen venezianischen Impresarios war und hier erstmals im Druck erwähnt wurde, vermutete man schon früh einen genuinen Steiermark-Bezug. Diesen schienen Grazer Matrikeleinträge für drei von illustren Patrini aus der Taufe gehobene Töchter zu bestätigen, wo Pirkers Mädchenname heimisch und nobel klingend mit „nata de Gejereckin” (s. Abb. 3) bzw. „nata Gajereckin”[4] vermerkt war. Rasch fand sich eine angeblich salzburgisch-steirische Adelsfamilie derer von Geyereck[5] und der fabulierfreudige Heimatforscher Robert Baravalle hatte sogar einen geeigneten Erzeuger zur Hand.[6] Derart die styriakische Abstammung phantasievoll beglaubigt, suchte man nach Möglichkeiten der künstlerischen Ausbildung hierorts und vermutete sie ohne triftige Belege bei den Ursulinen als der wichtigsten (und einzigen) Bildungsanstalt für Mädchen in Graz.
Der Vater Sig(is)mund Martin Gajarek

Selbst die hervorragend recherchierten Grundlagenarbeiten der jüngsten Zeit, Daniel Brandenburgs Pirker-Briefwechsel-Edition (2021)[7] und die Pirker-Monographie Mirijam Beiers (2024), vermochten diese hartnäckigen steirischen Mystifikationen nicht endgültig zu entzaubern, und dies, obwohl Beier auch einem sehr frühen Hinweis nachging, der die berühmte Sängerin nur wenige Monate nach ihrem Tod als „aus Baireuth gebürtig”[8] präsentierte. Letztlich verstellte bei der mühsamen Suche in den Matrikeln wohl das eingedeutschte ‚Geiereck‘ in seinen verschiedensten Varianten den Blick auf einen ähnlich klingenden slawischen Namen – jenen des bislang kaum bekannten Bayreuther Hofmusikers Sigmund Martin Gajarek (1689–1723).[9]
Der aus dem mährischen Olmütz (heute Olomouc) stammende Organist und Komponist, der u. a. mit deutschsprachigen Opern wie Telemach et Mentor und Masinissa in Bayreuth erfolgreich war,[10] hatte dort offenbar etwas überstürzt am 25. Oktober 1716 „privatim auff Erlaubnüß Ir[er] Durch[laucht] H[err]n Marggraffens” die „Jungfer Sußanna Maria Rehmin”[11], Tochter eines Nürnberger Schneiders, Tapezierers und Kunststickers, geheiratet. Der vermutliche Grund für die Eile und Vertraulichkeit ist einem Taufeintrag vom 29. Jänner 1717 zu entnehmen:
Herr Siegmundt Gajareck, Hochfürst[licher] HoffMusic[us] alhier.
uxor, Sußanna Maria, gebohrne Rehmin.
Anna Maria Johanna filia
Gebohrn den 27.t[en] Nachts umb 8. Uhr
Tauffbathen waren:
1. Jungfer Anna Maria Hebenstreittin, hochf[ürstliche] CammerJungfer und Sängerin alhier.
2. Herr Johann Michel, Hochf[ürstlicher] Capelln-Director alhier[12]
Dieser unscheinbare Matrikeleintrag bestätigt das bereits früh aus ihrer Korrespondenz abgeleitete Geburtsdatum (27. Jänner 1717); vor allem aber lüftet er das jahrhundertealte Geheimnis um den Geburtsort und die Abstammung Marianne Pirkers: einer gebürtigen Bayreutherin und Musikertochter.
Die leibliche Mutter Susanna Maria Rehm-Gajarek-Eber
Wie ihre spätere Anstellung als Sängerin in Karlsruhe vermuten lässt,[13] könnte auch Pirkers Mutter, die Nürnbergerin Susanna Maria Rehm (1696–1758), wie Mariannes Taufpatin Anna Maria Hebenstreit als Dienerin mit Musikaufgaben nach Bayreuth gekommen sein, wo sie Gajarek im Kontext der Hofmusik näher kennenlernte, mit letztlich unübersehbaren Folgen. Ob Liebes- oder Pflichtheirat – lange kann die Ehe zwischen den beiden nicht gehalten haben, denn bereits am 20. April 1719 trat die inzwischen geschiedene Mutter des späteren Opernstars erneut (privatim) vor den Altar, um sich mit jenem Künstler eines anderen Fachs zu verehelichen, der Grund für das Ehezerwürfnis der Gajareks gewesen sein könnte:
Georg Friederich Kern, ein Mahler, H[errn] Joh[ann] Georg Kerns, Stadt-Lieutenants und Webers, eheleib[licher] Sohn, mit Susanna Maria, H[errn] Sigmund Gajarecks, Hochfürst[lichen] Hoff-Organistens, geschiedenen Ehefrauen.[14]
Wieder sollte offenbar mit der Heirat eine außereheliche Schwangerschaft der Braut legitimiert werden. Doch stirbt Johann Georg Kern, der kleine Halbbruder Mariannes, unmittelbar nach seiner Geburt am 30. August 1719.[15] Sein Vater folgt ihm am 6. Mai 1720 33-jährig ins Grab.[16]
Wann und wo die Nürnberger Schneidertochter ein drittes Mal heiratete, ist archivalisch noch nicht gesichert. Den Glücklichen kennen wir aber bereits aus der Pirker- und Cotta-Forschung: Es war der Rentkammersekretär Johann Adam Eber (1699/1700–1764), der sich mit seiner Frau in den prekären späten 1740ern, als Marianne und Franz Pirker zunächst auf Tournee, dann aus beruflichen Gründen getrennt waren, um die Erziehung der in Graz geborenen Töchter Aloysia und Rosalia Pirker – später Mutter des berühmten Klassiker-Verlegers Johann Friedrich Cotta – kümmerte.[17]
Gajareks zweite Ehe

Auch Gajarek, der sich 1720/21 offenbar zu Studienzwecken in Venedig aufgehalten hatte[18] und inzwischen zum Kapellmeister avanciert war, heiratete am 8. Februar 1723 ein weiteres Mal, nämlich die Tochter aus erster Ehe seines Vorgesetzten, des aus Böhmisch Kamnitz (heute Česká Kamenice) stammenden Johann Ernst Michel (1678–1727), der schon bei Mariannes Taufe als Pate fungiert hatte:
Herr Siegmund Martin Gajareck, Hochfürst[licher] CapellnMeister allhier mit Jungfer Josepha Sußanna, Herrn Johann Michels, Hochfürst[lichen] Directoris der sämt[lichen] HoffMusicanten allhier eheleib[liche] Tochter.[19]
Eine längere Zeit des gemeinsamen Glücks war dem Ehepaar allerdings nicht beschieden, denn bereits zehn Tage später, am 18. Februar 1723, wurde der Olmützer Musikus zu Grabe getragen, ohne dass wir um die näheren Umstände seines Todes wüssten:
Herr Siegmund Martin Gajareck, Hochfürst[licher] Capell-Meister allhier, aetat[is suæ] 33. Jahr, 14. Wochen, und 2. Tag.[20]
Kann es sein, dass die Hochzeit dazu diente, Gajareks gerade erst sechsjähriges Töchterchen, das mit hoher Wahrscheinlichkeit nach der Scheidung zunächst beim Vater verblieben war, in verlässliche Hände zu geben? In die Obhut einer Sängerin, die sich vielleicht schon zuvor während des Venedig-Aufenthalts des Vaters um Marianne gekümmert und sie bei den ersten Schritten in die Gesangskunst begleitet hatte? Denn die Stiefmutter Josepha Susanna Gajarek, geborene Michel (1705–1734),[21] ist niemand anderes als jene umrätselte ‚zweite‘ Gajarek-Pirker, die schon vor Marianne den Durchbruch auf den wichtigsten süddeutschen und oberitalienischen Opernbühnen schaffte.
Die ältere Primadonna Gajarek-Pirker, ‚la Tedesca‘

Erstmals außerhalb Bayreuths konnte sich die in Prag geborene Josepha/Giuseppa/Gioseffa Susanna Gajarek-Pirker ab 1727 in ihrer Heimatstadt am Graf Sporck'schen Theater unter dem Impresario Antonio Denzio auszeichnen. Dort stand „Gioseffa Susanna Gaiarechin"[22] am 19. Oktober 1727 etwa auch – wie neun Jahre später ihre Stieftochter – in La fede tradita e vendicata auf der Bühne und dort heiratete sie am 2. Februar 1728 in der (römisch-katholischen) Kirche St. Peter am Poříčí als ‚vidua‘ ihren Kollegen Franz Pirker.[23] Die ältere Forschung vermutete hinter „Gioseffa Susanna Pircker" bzw. „Josepha Susanna Pirckerin/ auß Prag"[24], wie sie ab nun (oder ähnlich) in den Libretti verzeichnet ist, lange eine Schwester Franz Pirkers,[25] rezentere Arbeiten eine ältere Schwester Marianne Pirkers.[26] De facto aber wird Josepha Susanna Pirker, verwitwete Gajarek, schon seit Jahren die Erziehungsberechtigte der kleinen Marianne und damit – vielleicht gemeinsam mit deren leiblicher Mutter – für ihre Ausbildung zuständig gewesen sein.
Beide Frauen dürften bis zum Tod des Markgrafen Georg Wilhelm Ende des Jahres 1726 in Bayreuth als Sängerinnen engagiert gewesen sein, um dann getrennte Wege zu gehen: Josepha Susanna Gajarek nach Prag, Susanna Maria Eber (oder noch Kern?) nach Karlsruhe. Mariannes Ausbildungsstand zu Beginn des Grazer Engagements deutet darauf hin, dass sie in den folgenden Jahren mit den Stiefeltern unterwegs war, die sich auf führenden Bühnen etablieren konnten, zunächst in Wien am Kärntnertortheater, wo Franz Pirker mit der Oper Bacco trionfante dall' Indie (1728) erstmals auch als Komponist hervortrat;[27] dann u. a. in Venedig, Verona, Treviso und Mailand, wo sich „La Sign. Gioseppa Pircher detta la Tedesca"[28] einen glänzenden Namen machte.[29] Doch kam für sie in der lombardischen Hauptstadt schon am 16. Jänner 1734 während der Karneval-Stagione „das Ende ihres zeitlichen und vergänglichen Lebens".[30]
Die jüngere Primadonna Gajarek-Pirker

Nach dem Tod Josepha Susanna Pirkers ging es wohl wieder zurück in deutsche Lande. Spätestens vor der Herbst-Stagione 1736 in Graz, wo sie neunzehnjährig erstmals als Mitglied des Mingotti'schen Ensembles belegt ist, muss Marianne Gajarek ihren Stiefvater geheiratet haben. Dann trat sie im Tummelplatztheater das Erbe ihrer Stiefmutter als ‚Tedesca’ in einem italienischen Ensemble an.
Mit diesen neuen Funden klärt sich auch (teilweise), wo, wie und warum Marianne Pirker ihre Ausbildung genossen und eine elaborierte Gesangstechnik sowie ihr sicheres Italienisch erworben hat. Seit ihrer Geburt von professionellen Sängerinnen und hervorragenden Musikern umgeben, war ihr die Berufswahl gleichsam in die Wiege gelegt: Taufpatin und Mutter standen singend auf der Opernbühne, die Stiefmutter galt sogar als eine der besten Sängerinnen ihrer Zeit;[31] Vater und Stiefvater (der spätere Ehemann) waren herausragende Instrumentalisten, stiegen zu Kapellmeistern auf und komponierten Opernmusik; der zuvor als Sänger tätige Stiefgroßvater war Bayreuther Musikdirektor. Pirker konnte also in ihrem nächsten Umfeld all das lernen, was es benötigte, um auf den großen Opernbühnen zu reüssieren.[32]
In der Steiermark wäre eine solche Laufbahn zu dieser Zeit nicht möglich gewesen, wie schon frühe Skeptiker einer steirischen Herkunft der Pirker zu Recht mutmaßten. Im Hoftrauerjahr 1740/41 musste die Mingotti-Truppe für ein Gastspiel nach Preßburg (heute Bratislava) ausweichen, wo Marianne Pirker in Hasses Allessandro nell'Indie (Libretto-Übersetzung von Franz Pirker) erstmals die Partie der Primadonna sang.
Was aber bleibt, ist die Tatsache, dass die einst gefeierte Sängerin Marianne Pirker auf der Bühne des Grazer Tummelplatztheaters den Grundstein für ihre beeindruckende Karriere legte und im Netzwerk der Operisti den Aufstieg von der seconda donna zur prima donna schaffte.
Anmerkungen
[1] Vgl. Mirijam Beier, Marianne Pirker. Karriere einer Sängerin im 18. Jahrhundert (= Musik & Theater NF 12, Würzburg 2024) [in Folge: Beier, Marianne Pirker].
[2] LA FEDE TRADITA E VENDICATA [...] CITTA DI GRAZ. Nella Fiera di Autunno dellʼ Anno 1736, f. 3v.
[3] Vgl.
https://corago.unibo.it/opera/7AC0003375. Zu Pirkers Anfängen in der Mingotti-Impresa vgl. u. a. Gudrun Rottensteiner, Von Graz aus in die weite Welt. Marianne Pirker (1717–1782) – eine „Prima Donna Tedesca”. In: Elke Hammer-Luza/Elisabeth Schöggl-Ernst (Hgg.), Lebensbilder steirischer Frauen 1650–1850 (= Forschungen zur geschichtlichen Landeskunde der Steiermark 82, Graz 2017), 159–170 sowie Beier, Marianne Pirker 59–67.
[4] Diözesanarchiv Graz-Seckau, Pfarre Graz Hl. Blut, Taufbuch XIV 1735–1746, f. 240 (Eintrag für Rosalia Maria Anna Cajetana vom 21. September 1738 mit „nata de Gejereckin”) und 407 (Eintrag für Maria Ludovica Aloysia vom 1. April 1741 mit „nata Gajereckin”). Im Eintrag zur Erstgeborenen Maria Aloysia Anna Josepha Barbara (27. Juli 1737, S. 162) fehlt der Mädchenname der Mutter.
[5] Vgl. erstmals [Karl Damian Achaz] von Knoblauch zu Hatzbach: Art. Pyrker, Anna Maria. In: Allgemeine deutsche Biographie 26 (1888), 787–790, hier 787.
[6] „als Tochter eines steirischen Generaleinnehmeramtskassiers [= Johann Carl von Geyer] geboren” (Robert Baravalle, Die Nachtigall von Hohenasperg. In: Tagespost [14. 5. 1953], 8).
[7] Daniel Brandenburg (Hg. unter Mitarbeit von Mirijam Beier), Die Operisti als kulturelles Netzwerk. Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker. Bd. 1 (Wien 2021) [in Folge: Brandenburg, Die Operisti].
[8] [Anon.], Zusäze zur Nachricht von Mariana Pirkerin (*). Aus weitern handschriftlichen Nachrichten. In: Magazin für Frauenzimmer (Februar 1783), 175f., hier 175. Vgl. Beier, Marianne Pirker 59.
[9] Zum Œuvre Gajare(c)ks vgl. RISM Online
https://opac.rism.info/rism/Search/Results?lookfor=Gajarek sowie Robert Eitner, Biographisch-bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten der christlichen Zeitrechnung bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts 4 (Flixius – Haine) (Leipzig 1901), 175f. Noch nicht systematisch erfasst sind bislang die Kantaten-Drucke bei Breitschopf, wie sie aus mehreren Verlagskatalogen der 1760er Jahre ersichtlich sind.
[10] Die Partitur zu Telemach et [und?] Mentor dürfte ein Kriegsverlust der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt sein; zu Masinissa, am 16. November 1722 in Bayreuth aufgeführt, vgl. Rashid-S. Pegah, Real and Imagined Africans in Baroque Court Divertissements. In: Mischa Honeck/Martin Klimke u. a. (Hgg.), Germany and the Black Diaspora. Points of Contact, 1250–1914 (New York–Oxford 2013), 74–91, hier 81–83. Auch zu Arsaces (aufgeführt am 2. August 1716) dürfte Gajarek zumindest Liedeinlagen komponiert haben.
[11] Landeskirchliches Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (= LAELKB), Bayreuth Stadtkirche, Taufen–Trauungen–Bestattungen 1715–1722, f. 105v: „H[er]r Sigmund Gajarek, Hochfürst[licher] Hoff-Musicus, von Olmitz aus Mähren Gebürtig mit Jungfer Sußanna Maria Rehmin, H[err]n Joh[ann] Martin Rehmens, Tappicirers v[nd] Kunststickers in Nürnberg, ehe[liche] Jungfer Tochter”.
[12] LAELKB, Bayreuth Stadtkirche, Taufen 1715–1720, f. 75v.
[13] Beier (Marianne Pirker 35f.) formuliert die Identität der Sängerin Susanna Maria Eber mit Rehm-Gajarek noch als Hypothese, die mit den neuen Funden als verifiziert gelten dürfte.
[14] LAELKB, Bayreuth Stadtkirche, Taufen–Trauungen–Bestattungen 1715–1722, f. 112v.
[15] LAELKB, Bayreuth Stadtkirche, Taufen–Trauungen–Bestattungen 1715–1722, f. 168r: „Johann Georg, Georg Friederich Kerns, Mahlers, Söhnlein, ætat[is suæ] 1 Stund.”
[16] LAELKB, Bayreuth Stadtkirche, Taufen–Trauungen–Bestattungen 1715–1722, f. 173v: „Georg Friederich Kern, gewesener Mahler allhier: ætat[is suæ] 33. Jahr, 6 Monath und 2 Tage."
[17] Zur Verbindung Rosalia Pirkers zur Familie Cotta vgl. Monika Neugebauer-Wölk, Revolution und Constitution der Brüder Cotta. Eine biographische Studie zum Zeitalter der Französischen Revolution und des Vormärz (Berlin 1989), 23–28; Beier, Marianne Pirker 210.
[18] Davon zeugen u. a. zwei (möglicherweise autographe) Musikhandschriften mit den Titelzusätzen „Cantata del Sigism: Mart: Gajarek in Venetia” bzw. „Cantata del Sigism: Gajarek in Venetia | 1721”,
https://opac.rism.info/id/rismid/rism1001224415?sid=94752487.
[19] LAELKB, Bayreuth Stadtkirche, Taufen–Trauungen–Bestattungen–Katechumenen 1723–1736, f. 213v.
[20] LAELKB, Bayreuth Stadtkirche, Taufen–Trauungen–Bestattungen–Katechumenen 1723–1736, f. 262v.
[21] Zum Prager Geburtsmatrikeleintrag vgl. Archiv hlavního města Prahy, Sbírka matrik, Kostel P. Marie pod řetězem, PMŘ N2O2 (1622–1745), f. 477.
[22] La fede tradita e vendicata [...] Die Hintergangene und Verthädigte Treu. [...] Prag [1727], f. 5r.
[23] Vgl. den von der Autorin eruierten Trauungseintrag in Beier, Marianne Pirker 49.
[24] Vgl. u. a. das Libretto zu La caduta di Baiazetto imperadore de turchi [...] Der Fall BAJAZETHIS Deß Türckischen Kaysers. Von Antonio Denzio Componiret/ Prag [1728], f. 4v bzw. 5r,
https://corago.unibo.it/libretto/DRT0007805.
[25] Vgl. Alois Joseph Hey, Marianne Pircker. In: Aus dem Musikleben des Steirerlandes. Geschichtliche und biographische Skizzen zur steirischen Musikgeschichte, hg. vom Steirischen Sängerbunde anläßlich der Musikausstellung 1923 (Graz 1924) 34–40, hier 40.
[26] Vgl. u. a. Metoda Kokole, Two operatic Seasons of Brothers Mingotti in Ljubljana. In: De musica disserenda VIII/2 (2012), 57–89, hier 74, Brandenburg, Die Operisti 2.
[27] Vgl. Andrea Sommer-Mathis/Reinhard Strohm (Hgg.), Das Wiener Kärntnertortheater 1728–1748. Vom städtischen Schauspielhaus zum höfischen Opernbetrieb (Wien 2023), passim, sowie
https://corago.unibo.it/opera/0001977406.
[28] Rolleneintrag im Libretto zu Il trionfo dʼ Armida [...] Venezia [1733], S. A4r. vgl.
https://corago.unibo.it/libretto/DRT0043377.
[29] So sang sie etwa als Primadonna während der Karnevalzeit 1733 im veronesischen Teatro Filarmonico die Titelpartie in Johann Adolf Hasses Artaserse. Vgl. auch Beier, Marianne Pirker 53–58.
[30] Neu-eröffnetes Welt und Staats-Theatrum Welches Die in allen theilen der Welt, sonderlich aber in Europa, vorfallende Staats- Kriegs- und Friedens-Affairen [...] hinlänglich erläutert. Zweyte Eröffnung (Erfurt 1734), 124.
[31] Vgl. Maria Belli (Hg.), Auszüge der Frag- und Anzeigungs-Nachrichten (des Intelligenz-Blattes) von ihrer Entstehung an im Jahre 1722 bis 1821, Zweiter Band (Frankfurt am Main 1830), 19f.
[32] Ergänzendes Material zum hier skizzierten künstlerischen Umfeld und Netzwerk Pirkers am Bayreuther Hof und darüber hinaus findet sich in Christian Neuhuber, Die Primadonna Marianne Pirker (1717–1782). Neue Funde zur Herkunft und Sozialisation. In: Nestroyana 46/1-2 (2026) [im Druck].
Assoz. Prof. Mag. Dr. Christian Neuhuber, geb. 1970 in Gmunden, Studium Germanistik, Fächerbündel ‚Bühne, Film und andere Medien‘, Kunstgeschichte und Deutsch als Fremdsprache. Lehrt Neuere deutschsprachige Literatur an der Universität Graz. Mitglied der HLK seit 2023.
Arbeitsschwerpunkte von der Literatur der Reformationszeit bis zur Gegenwart unter besonderer Berücksichtigung intermedialer Fragestellungen, der Editionsphilologie, Theaterwissenschaft und bairisch-österreichischer Dialektkultur.

